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TV-Kritik/Review: "The Last Panthers"
(07.12.2015)

Schon seit einigen Jahren versuchen europäische Sender, an die Erfolge hochwertiger, düsterer Serienproduktionen US-amerikanischer Pay-TV- und Kabelsender anzuknüpfen. Das gelingt mal mit künstlerisch größerem Erfolg wie dem dänischen Fernsehen mit
Alles beginnt mit einem spektakulären Überfall auf einen Juwelier in Marseille, bei dem die Räuber nicht viele Skrupel zeigen. Auf der Flucht erschießt einer der Gangster dann auch (versehentlich) ein kleines Mädchen - eigentlich wollte er die ihn verfolgenden Polizisten treffen. Interpol startet daraufhin zusammen mit der örtlichen Polizei eine großangelegte Operation, um die Bande dingfest zu machen. Bei der handelt es sich keineswegs um Unbekannte, waren sie doch bereits früher unter dem Namen "Pink Panther" international berüchtigt. Der Pink Panther war im ersten "Inspektor Clouseau"-Film ja bekanntlich kein Tier, sondern ein Diamant.
Für die Marseiller Polizei leitet Khalil, Kommissar mit algerischen Wurzeln (Tahar Rahim, "Ein Prophet"), die Ermittlungen, selbst aus ärmlichen Verhältnissen in einer örtlichen Sozialsiedlung stammend, die heute zum Hort des Verbrechens mutiert ist. Schnell kommt er dahinter, dass einige seiner ehemaligen Nachbarn in Waffenhandel verstrickt sind, wodurch auch die Juwelendiebe an ihre Schusswaffen kamen. Dieser Khalil wirkt die ganze Zeit so, als müsse er der ganzen Welt beweisen, dass er seiner Herkunft entronnen und ein besonders guter und treuer Polizeibeamter geworden ist. Sein Pendant auf britischer Seite ist die Versicherungsagentin Naomi (Samantha Morton, "John Carter: Zwischen zwei Welten"). Die wirkt zunächst sehr distinguiert - eben typisch britisch -, leidet aber, wie wir in kurzen Flashbacks erfahren, immer noch an einem Trauma aus dem Jugoslawien-Krieg, wo sie als UNO-Blauhelmsoldatin eingesetzt war. Sie versucht auf eigene Faust, die wertvolle Beute aufzuspüren.
Der britische Fernsehautor Jack Thorne (
Zudem wickeln Thorne und seine Koautoren - zu denen mit Jérôme Pierrat auch der Journalist zählt, der den realen Fall für ein Sachbuch recherchiert hat - die Geschichte extrem umständlich auf. Worauf das Ganze eigentlich hinauslaufen soll, ist auch nach zwei Folgen noch nicht im Geringsten klar. Wollen sie uns eine spannende Thrillerhandlung über eine skrupellose Gangsterbande und das Katz-und-Maus-Spiel mit ihren Verfolgern erzählen oder doch ein deprimierendes Sozialporträt des heutigen Ex-Jugoslawien liefern? Oder vielleicht eine Anklage des korrupten Finanzsystems in Westeuropa, da auch dortige Banker in die Diebstähle verwickelt zu sein scheinen? Es ist natürlich durchaus möglich, Mehreres davon miteinander zu verbinden, aber das ist Thorne 2014 in der Miniserie
Schon der Vorspann trägt wenig zur Erzeugung einer Atmosphäre bei, wirkt so generisch, dass er auch vor ähnlich angelegten anderen europäischen Serien laufen könnte. Völlig nichtssagend ist der Titelsong "Blackstar" ausgefallen, den immerhin Superstar David Bowie beigesteuert hat. Insgesamt wirkt die ganze Serie etwas zu kalkuliert, wie es bei Koproduktionen mehrerer Länder öfter der Fall ist: Da wird aus jedem beteiligten Land ein bekannter Schauspieler besetzt, in mehreren Sprachen palavert und zwischen den Schauplätzen hin und her gesprungen. Daraus entsteht aber noch kein überzeugendes Ganzes. Vielleicht sollten sich die beteiligten Sender und Produktionsfirmen (die französische Haut et Court steckt immerhin auch hinter "Les Revenants" und die britische Warp Films hinter den "This is England"-Miniserien) in Zukunft lieber auf ihre Stärken konzentrieren und regional klar verankerte Stoffe in ihren jeweiligen Ländern umsetzen. Zu viel auf einmal ist dann eben doch meist zu wenig.
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten zwei Episoden der Serie.
Marcus Kirzynowski
© Alle Bilder: Canal+
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