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Interviews mit den Darstellern vom "Club der roten Bänder"
(04.11.2016)

Die 20-jährige Luise Befort verkörpert Emma, das einzige Mädchen im "Club der roten Bänder". Die gebürtige Berlinerin startete 2004 mit ihrer ersten Schauspielrolle in dem Musical "Les Misérables" ihre Karriere und drehte ein Jahr später mit "Heimliche Liebe - Der Schüler und die Postbotin" ihren ersten Spielfilm. Darüber hinaus war sie im vergangenen Jahr als Sophie Kröger in einer Nebenrolle in der RTL-Serie
wunschliste.de: Der "Club der roten Bänder" war der Überraschungserfolg der vergangenen TV-Saison, die Einschaltquoten bei VOX explodierten förmlich und die Kritiker überschlugen sich mit Lobeshymnen. Wie lief das Casting damals ab und wie seid ihr mit dem plötzlichen Erfolg umgegangen?
Luise Befort: Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich das e-Casting [Online-Vorsprechen, Anm. d. Red.] für "Club der roten Bänder" aufgenommen habe. Dort habe ich zum ersten Mal die Outlines [Textskizze, Exposé, Anm. d. Red.] gelesen und die Geschichte hat mich gleich gepackt, schon beim Lesen habe ich gelacht und geweint. Als der gesamte Cast stand, hat es sich sofort richtig angefühlt. Ich habe bei diesem Dreh sehr enge Freundschaften geschlossen. Der "Club der roten Bänder" besteht nicht nur aus uns sechs Schauspielern, sondern aus dem gesamten Team. Während der Dreharbeiten hatten wir alle im Grunde nur den Wunsch, dass es nie vorbei sein möge und dass es die Menschen erreicht, die es sehen. Dass die Serie dann so viele berühren und bewegen konnte und bei den Zuschauern und den Kritikern so gut angekommen ist, das ist ein großes Geschenk.
Dein Charakter Emma kämpft in der ersten Staffel mit ihrem Schicksal Magersucht, ein Thema, welches durchaus gesellschaftliche Brisanz besitzt. Wie war es für dich, ein psychisch labiles Mädchen zu spielen und wie stark glaubst du können sich die Zuschauer mit deiner Rolle identifizieren?
LB: Ich finde es gut, dass das Krankheitsbild Magersucht angesprochen und thematisiert wird, zumal es ja nach wie vor ein Tabuthema ist. Mir liegt viel daran, dass die Zuschauer es als lebensbedrohliche Krankheit verstehen. Ich habe nach der Ausstrahlung einige Nachrichten von Betroffenen bekommen, die sich ihrer Krankheit jetzt stellen und sich in Therapie begeben wollen. Ich bin dankbar, dass unsere Serie so etwas auslösen kann.
LB: Nach Alex' Tod am Ende der ersten Staffel hat der Club noch einmal eine neue Ebene erreicht, Dinge wie Emmas Entscheidung zwischen Jonas und Leo spielten plötzlich keine Rolle mehr. Viel wichtiger war der gegenseitige Rückhalt, der die Gruppe weiter zusammengeschweißt hat. Ich zitiere gerne den Spruch "Ein Freund ist einer, der kommt, wenn alle anderen gehen". Sowohl in der Serie als auch im Privatleben verstehen wir uns blind und können uns aufeinander verlassen, was auch Emma als großes Geschenk ansieht.
Die Schauspielerei liegt dir gewissermaßen im Blut, auch dein älterer Bruder Maximilian ist Schauspieler. Wirst du diesen Weg in Zukunft weiterverfolgen?
LB: Mein Bruder Max ist sieben Jahre älter als ich und wir sind die einzigen Schauspieler in unserer Familie, wobei wir ganz unabhängig voneinander dazu gekommen sind. Mich hat die Schauspielerei auch schon sehr früh gepackt. Als ich das erste Mal im "Theater des Westens" in Berlin auf der Bühne stand (im Stück "Lés Miserables") wusste ich, dass ich das nicht mehr missen will in meinem Leben. Dort habe ich schon festgestellt, dass es eine Passion für mich ist, die mich noch immer erfüllt.
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