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Quibi: Streaminganbieter für hochwertigen Smartphone Content stellt sich vor
von Bernd Krannich(09.01.2020)

In den USA bahnt sich langsam die nächste Revolution im Fernsehgeschäft an - von der keiner weiß, ob es sich dabei um ein Millionengrab oder die Zukunft der Branche handeln wird. Die Rede ist vom Streaminganbieter Quibi (von "Quick Bites", "schnelle Happen"), dessen Wirtschaftsmodell ist, hochwertigen Videocontent für den Kunden on the go zu produzieren.
Hinter dem Konzern steht der frühere DreamWorks-Mitbegründer Jeffrey Katzenberg. Der hat eine satte Milliarde (!) an Investorengeldern für die Vorbereitung des Launchs seines Dienstes am 6. April gesammelt - darunter von allen großen Hollywood-Studios. Entsprechend will man auch keinen Billigcontent produzieren, sondern hochkassige Ware.
Die beiden Twists: Die einzelnen Serienfolgen (Quick Bites genannt) sollen immer nur zwischen 4 und 10 Minuten lang sein - denn sie wenden sich an den Nutzer, der "auf dem Weg" auf seinem Handy hochwertige Unterhaltung verfolgen will. Das führt auch zum zweiten Twist: Die Videos bei Quibi werden so produziert, dass sie immer den Bildschirm ausfüllen - egal, ob der Nutzer sein Smartphone hochkant oder quer hält. Bei einigen fiktionalen Formaten sollen in den unterschiedlichen Orientierungen auch unterschiedliche Bilder zu sehen sein (s.u.).
Bei der aktuell in Las Vegas stattfindenden Elektronik-Verbrauchermesse CES (Consumer Electronics Show) wurde nun erstmalig vorgestellt, wie das aussehen wird, wobei ein Spot Quibi als (vorläufigen) Höhepunkt der Entwicklung der Filmtechnologie darstellt.
Wie man sieht, wurde für die Videovorstellung mit Guillermo del Toro (
Ein zweiter Spot stellt anhand einer spannenden Serienszene dar, wie sich die "Perspektive" je nach Orientierung des Mobilgeräts ändert: Hält man es quer ("Landscape"), sieht man die Handlung wie auf einem Bildschirm; wird das Gerät aufrecht ("Portrait") gehalten, zeigt der Bildschirm, was auch auf dem Bildschirm der Hauptfigur zu sehe wäre.
Für Katzenberg war - zumindest in der offiziellen Version - der Roman "The Da Vinci Code" von Dan Brown eine große Inspiration, der mit seinen extrem kurzen Kapiteln dazu einlud, auch bei nur wenig freier Zeit wieder zum Buch zu greifen. Entsprechend sieht Katzenberg den Ansatz von Quibi dem des klassischen, werbefinanzierten linearen Fernsehens gleich: Die Autoren schreiben eine Geschichte, die sie in fesselnde "Akte" einer bestimmten Länge aufteilen.
Quibi hat nach eigenen Angaben über 8750 Episoden für sein erstes Programmjahr in Arbeit. Dabei deckt man alle Bereiche ab, von Sportsendungen über Doku und Reality bis hin zu zahllosen fiktionalen Serien mit namhaften Darstellern, von Sophie Turner über Boyd Holbrook, Zac Efron, die Cousins Robbie Amell & Stephen Amell bis zu Andie MacDowell.
Quibi hat auf der CES nun angekündigt, dass man täglich ein neues Kapitel aus einem seiner Filme, fünf neue "Serienfolgen" (aus allen Bereichen wie fiktional und Reality-Formate) sowie 25 Episoden "Daily Essentials" (also tägliche Folgen der stets gleichen 25 Formate) veröffentlichen will. Im ersten Jahr kommen dabei 175 Serien und 8500 "Quick Bites" (Folgen) zusammen.
Geplant sind für den US-Start zwei Zugangsoptionen: Eine günstigere für 4,99 US-Dollar im Monat, bei der aber auch Werbung gezeigt wird, und eine teurere ohne Werbung und für 7,99 US-Dollar im Monat. Ob der Dienst oder ein Ableger je in Deutschland verfügbar sein wird, ist noch offen.
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