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TV-Kritik/Review: "All Her Fault": Großartige Sarah Snook kämpft in Miniserie um ihren Sohn
von Marcus Kirzynowski(13.01.2026)

Was er an ihrem gemeinsamen Sohn am meisten liebe, fragt Marissa Irvine (Sarah Snook) einmal ihren Ehemann Peter (Jake Lacy). Am Abend sollen sie Besuch von einem Fernsehteam bekommen, dass sie zu ihrem entführten Kind interviewen will. Marissa hat Fragen zusammengestellt, von denen sie denkt, die werde die Journalistin auf jeden Fall stellen. Peter überlegt vielleicht einen Moment zu lange und antwortet dann, er liebe am meisten, wenn sein Sohn einen Albtraum habe. Dann könne er ihn trösten und sehen, wie er wieder friedlich einschlafe. Eine seltsame Antwort, die aber später Sinn ergeben wird, wenn wir mehr über Peter Irvine erfahren haben.

Es ist der schlimmste Albtraum jeder Mutter: Ihr kleiner Sohn wurde anscheinend entführt. Und sie selbst gibt sich daran die Schuld. Schließlich hat sie weder die Telefonnummer überprüft noch den Besuch in einem Gespräch mit der anderen Mutter vereinbart. Alles lief nur über Textnachrichten. Auch Ehemann Peter und Journalisten bei einer Pressekonferenz machen ihr bald diese Vorwürfe. Wie der Titel der Serie schon sagt: Wenn etwas mit den Kindern schiefläuft, ist aus Sicht der Gesellschaft meistens die Mutter schuld. Und das, obwohl sowohl Marissa als auch Jenny mit ihren Doppelrollen als erfolgreiche Businessfrauen und Mütter kleiner Kinder zeitlich und von ihrer Energie her grundlegend überfordert sind - ohne dass ihre Ehemänner das auch nur merken.
Nachdem die Serie zunächst falsche Fährten legt, wer Milo entführt haben könnte - als Erstes gerät das Kindermädchen der Irvines, Ana (Kartiah Vergara), unter Verdacht -, wird relativ schnell klar, dass deren Kollegin, die für die Kaminskis Jacob betreut, Milo von der Schule abgeholt hat. Aber welches Motiv hatte diese Carrie Finch (Sophia Lillis), die auf alle wie eine sympathische und zugewandte junge Frau wirkte? Das soll hier nicht gespoilert werden, ihre ganze tragische Vorgeschichte rollt dann die vorletzte Episode auf. Eine Lösegeldforderung geht jedenfalls zunächst nicht ein.

Dabei wäre das das naheliegendste Motiv, schwelgen die Irvines doch in großem Wohlstand. Ihr Haus ist mit Villa nur unzureichend beschrieben, eher handelt es sich um ein Anwesen. In einem Nebengebäude lebt auch noch Peters Bruder Brian (Daniel Monks), der seit einem Kindheitsunfall körperlich behindert ist. Peter sorgt für ihn finanziell ebenso wie für seine Schwester Lia (Abby Elliott), die mehrere Entzüge wegen Tablettenabhängigkeit hinter sich hat. Detective Alcaras (Michael Peña), der die Ermittlungen mit seinem Partner Greco (Johnny Carr) leitet, wundert sich einmal, warum Irvine so großzügig gegenüber seinen Geschwistern sei. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Gründe für Vorwürfe gegen ihren Bruder haben Brian und Lia plötzlich.
Bereits am Ende der Auftaktfolge gibt es einen kurzen Sprung in die Zukunft zu Tag 27 der Ermittlungen. Alcaras und Greco stehen vor einem Bildschirm mit den Fotos der Hauptbeteiligten und fragen sich: Was bloß hat dieses Dutzend netter Menschen dazu gebracht, sich gegenseitig umzubringen? Was sich nun anhört wie eine Mischung aus

Aber darüber hinaus werden hier auch die strukturellen Fragen gestellt: Warum sind trotz fordernder Jobs immer die Mütter auch noch für die Betreuung der Kinder verantwortlich, während die Väter sich nach ihren vereinbarten "Daddy-Zeiten" auch mal in die Freizeit zurückziehen können? Warum gibt es an einer angesehenen Mittelschule für geistig beeinträchtigte Kinder nur einen einzigen Platz für Familien mit niedrigerem Einkommen? Detective Alcaras, der versucht, seinen eigenen behinderten Sohn dort unterzubringen, sieht sich mehrfach moralischen Dilemmata ausgesetzt, so wenn er ein Vergehen eines Sohnes aus reichem Hause als Gegenleistung unter den Tisch fallen lassen soll.
Auch wenn die Miniserie nicht ohne Längen ist, ergibt sich doch spätestens nach einigen Episoden ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Immer neue Enthüllungen, falsche Fährten, die aber schnell widerlegt werden, und ein durchweg starkes Schauspielerensemble sorgen für eine ansteigende Spannungskurve. Besonders sticht Sarah Snook (

Gegen Ende schaden einige Wendungen und Enthüllungen zwar der Glaubwürdigkeit der Geschichte. Insgesamt haben die Autorinnen um Megan Gallagher, basierend auf der Romanvorlage, aber einen gut konstruierten Thriller geschrieben, in dem sich noch der kleinste Hinweis als wichtiges Puzzlestück erweisen wird. Dass sie dabei auch noch etwas über den Stand der Geschlechterrollen in unseren westlichen Gesellschaften zu sagen haben, zeichnet die Serie zusätzlich aus.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der kompletten Miniserie "All Her Fault".
Die achtteilige Miniserie startet im deutschsprachigen Raum am 13. Januar beim neuen Streamingdienst HBO Max.
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Leserkommentare
User 001 schrieb am 29.01.2026, 01.04 Uhr:
Oh nicht schon wieder diese Sohnmutter-Story. Ich würde mal behaupten der Film Exterritorial ist außerdem unterhaltsamer.Sentinel2003 schrieb am 25.01.2026, 11.59 Uhr:
Ich bin nach 2 Folgen noch null drin, vor allem, ich frage mich immer wieder: warum gucke ich eine Serie, wo ein Kind entführt wird, und ich selbst keine Kinder habe! Klar, Sarah Snook und Dakota spielen toll, mehr noch Sarah, aber, ich finde irgendwire null Zugang zur Serie...dazu spielt die Serie im absoluten "Reichen Bonzen" Mileu, mit dem ich noch niue was anfangen konnte...okay, natürlich ist das Fiction...ich bin mit "Little Disasters", was auch in diesem Mileu spielt, viel besser klar gekommen.User 1810564 schrieb am 13.01.2026, 18.50 Uhr:
Bei der Besetzung, der Handlung, der Kritik sowie dem Autor der Kritik – was könnte da noch schiefgehen? Ich werde heute Abend noch mit der Serie beginnen und bin sehr gespannt, wie viele Sterne sie von mir bekommen wird.User 1810564 schrieb am 14.01.2026, 05.37 Uhr:
Vor dem Anschauen habe ich nur den letzten Absatz der Kritik gelesen, da mich die vollständige Kritik zu sehr gespoilert hätte. Um es auf den Punkt zu bringen: Die 4 Sterne sind vollkommen gerechtfertigt. Ich habe die Serie am Stück durchgeschaut, da ich nicht aufhören konnte. Es war die Mühe wert. Die Polizeiarbeit hat mich besonders begeistert. Meiner Ansicht nach hat Michael Peña eine echte Meisterleistung vollbracht. Insgesamt fand ich den Cast gut, einige Charaktere haben Emotionen in mir geweckt, auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen möchte.
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