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TV-Kritik: "Feud"

TV-Kritik: "Feud"

Hollywoodkritik verliert sich in detailverliebter Inszenierung - Von Marcus Kirzynowski (18.03.2017)
Hollywoodkritik verliert sich in detailverliebter Inszenierung - Von Marcus Kirzynowski
Susan Sarandon and Jessica Lange in Feud
Bild: FX
TV-Kritik: "Feud"/Bild: FX

Mit der aktuellen Serie "Feud" baut Produzent Ryan Murphy seine Position als "Mr. Anthologieserie" weiter aus. Nach dem Erfolg von "American Horror Story" und "American Crime Story" ist es bereits seine dritte Serie beim Kabelsender FX, die nach dem Prinzip "eine abgeschlossene Geschichte pro Staffel" aufgebaut ist. Dieses Mal sollen berühmt gewordene Rivalitäten im Mittelpunkt stehen. Die erste Staffel mit dem Untertitel "Betty und Joan" vereint dabei erneut viele Elemente, die für Murphys Arbeiten typisch sind: die Liebe zum alten Hollywood als Traumfabrik, zum Genrefilm und generell zu dem, was man Camp nennt.

Erzählt wird in acht Folgen die mehr oder weniger wahre Geschichte der Dreharbeiten zu "Was geschah wirklich mit Baby Jane?", einem etwas trashigen Horrordrama von 1962, das den beiden gealterten Hollywood-Diven Betty Davis und Joan Crawford zu Comebacks verhalf. Beide waren zu dem Zeitpunkt zwischen 50 und 60 Jahre alt und damit in einem Alter, in dem es für Schauspielerinnen in Hollywood damals fast unmöglich war, gute Rollen zu bekommen. So spielt Davis am Broadway Theater, während die etwas ältere Crawford verzweifelt nach einem Drehbuch sucht, das sie ihren Fähigkeiten für angemessen hält. Ein solches findet sie zwar nicht, dafür aber den vor kurzem erschienenen Roman, der gleich zwei Frauen mittleren Alters als Hauptfiguren hat. Crawford überredet zuerst ihre langjährige Rivalin Davis, die Titelrolle der durchgeknallten Baby Jane Hudson zu übernehmen, während sie selbst deren an den Rollstuhl gefesselte Schwester Blanche verkörpern will. Danach gewinnt sie Robert Aldrich (Alfred Molina) als Regisseur, mit dem sie bereits sechs Jahre zuvor den Film "Autumn Leaves" (deutscher Titel: "Herbststürme") gedreht hat. Aldrich scheitert zunächst mit seinen Versuchen, die großen Studios von dem Projekt mit den beiden Stars, die ihren Zenit scheinbar längst überschritten haben, zu überzeugen. Schließlich sagt Jack Warner (Stanley Tucci) zu, den Film zu verleihen. Aldrich ahnt noch nicht, was er sich mit dem Engagement zugemutet hat, gönnen sich seine beiden leading ladies während des Drehs doch gegenseitig nicht einmal die Butter auf dem Brot.

Feud Poster
Camp dominiert in "Feud: Betty und Joan"
Zwei große Gegenwartsschauspielerinnen (Jessica Lange und Susan Sarandon) verkörpern zwei legendäre Filmdiven aus Hollywoods Glanzzeit: Das klingt als Konzept natürlich vielversprechend. Und tatsächlich machen Lange und Sarandon ihre Sache sehr gut, dürften sich mit diesen Darstellungen sicher auf die Nominierungslisten für den einen oder anderen TV-Preis spielen. Darüber hinaus stellt sich aber ein wenig die Frage, was das Ganze eigentlich soll. Die Staffel basiert auf einem Drehbuch von Jaffe Cohen und Michael Zam, aus dem ursprünglich ein Kinospielfilm entstehen sollte. Für acht Fernsehstunden scheint der Stoff nicht recht auszureichen. Natürlich ist das ganz witzig anzusehen, wie die beiden egozentrischen Damen ihre Intrigen spinnen, sich mal Honig ums Maul schmieren, um sich dann wieder in den Rücken zu fallen. Dieses ewige Hin und Her wird aber schon in der zweiten Folge langweilig. Kernzielgruppe der Serie scheinen Menschen zu sein, die sich in besonderem Maße für Filmgeschichte und/oder Gossip rund um Schauspielerinnen aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts interessieren. Alle anderen dürften sich an einige der neueren Woody-Allen-Filme wie etwa "Café Society" erinnert fühlen, die den Glanz früherer Zeiten akkurat abbilden, ohne dem Sujet irgendetwas Neues hinzuzufügen. So bleibt auch hier nur ein Schwelgen in detailgetreuer Ausstattung, schönen Kostümen und stilvollem Ambiente, an denen man sich schnell sattgesehen hat.
Natürlich kann man die Geschichte auch anders lesen: als Kommentar zum Jugend- und Schönheitswahn der Filmindustrie, an dem sich bis heute nichts geändert hat, zur latenten Mysogynie einer Gesellschaft, die Frauen noch immer vornehmlich nach Äußerlichkeiten statt nach Talent beurteilt. Einer Gesellschaft, die Frauen dazu zwingt, mit allen Mitteln gegeneinander zu konkurrieren statt zusammen für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen. So fordert Studioboss Jack Warner Regisseur Aldrich gezielt auf, die Fehde zwischen dessen beiden Stars weiter anzustacheln, um dem Film zu mehr Publicity zu verhelfen. Da beide Schauspielerinnen aber als ziemlich durchgeknallt dargestellt werden (Crawford etwas stärker), mildert das die kritische Aussage wieder ab. Sowieso fällt das Statement der Autoren zu den realen Ereignissen hier nie so stark aus wie in Murphys "American Crime Story: The People v. O. J. Simpson".
Feud Alfred Molina
Alfred Molina als Regisseur Robert Aldrich
Was bleibt, ist, guten Schauspielerinnen in gediegenem Ambiente zuzusehen, wie sie ehemalige Hollywood-Größen (und deren Angehörige) spielen. In Nebenrollen tauchen dabei auch einige weitere von Murphys Stammdarstellerinnen auf: Kathy Bates kommentiert als Joan Blondell die Beziehung zwischen Crawford und Davis im Rahmen einer Fake-Doku (ebenso wie Catherine Zeta-Jones als Olivia de Havilland), später wird auch noch Sarah Paulson Geraldine Page verkörpern. Schön ist, Kiernan Shipka nach dem Ende von "Mad Men" wieder in einer Tochterrolle zu sehen: Sie spielt Davis' aufmüpfigen Nachwuchs. Sehr gelungen ist auch der scherenschnittartige Vorspann, der an klassische Film-Intros aus der Zeit der Handlung erinnert.
Das ändert aber leider alles nichts daran, dass das Konzept dieser ersten Staffel von "Feud" nicht so überzeugt wie bei Murphys vorherigen Anthologieserien, insbesondere der grandiosen Aufarbeitung des O.J. Simpson-Falls. In der zweiten Staffel soll dann übrigens die Fehde zwischen Prinz Charles und Lady Diana beleuchtet werden. Vielleicht hat die ja mehr Pep.

Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden von "Feud".
Meine Wertung: 3.0/5


Marcus Kirzynowski
© Alle Bilder: FX Networks

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