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TV-Kritik: "Will": Der junge Shakespeare...

TV-Kritik: "Will": Der junge Shakespeare in affektiertem Affentheater

von Jana Bärenwaldt (10.07.2017)
Moderne Shakespeare-Adaption verstrickt sich in Ambitionen
Von der Großstadt London anfangs noch eingeschüchtert: William Shakespeare (Laurie Davidson) in "Will"
Bild: TNT
TV-Kritik: "Will": Der junge Shakespeare in affektiertem Affentheater/Bild: TNT

"Ich kann nicht den Rest meines Lebens damit verbringen, Handschuhe herzustellen", erklärt der junge William Shakespeare (Laurie Davidson) seiner verzweifelten Frau (Amanda Lawrence) und macht sich ohne sie und seine drei Kinder auf den Weg nach London. Dort will er sich als Schriftsteller in einem Theater versuchen und so sein Glück finden. Was ihn und den Zuschauer dort zunächst erwartet, sieht eher aus wie ein orientalischer Jahrmarkt mit exotischen Tieren und bunt gekleideten Menschen, als London im Jahre 1589. Schnell findet Shakespeare das Theater von James Burbage (Colm Meaney), das sich momentan in einer kreativen Krise befindet. Kein Wunder, denn die Darbietungen beschränken sich auf wild und albern herumhüpfende Männer in glitzernden Kostümen. Das Publikum, das so aussieht als würde es sich gerade auf einem Punkrock-Konzert befinden, macht seinem Unmut lautstark Luft. Die Situation eskaliert schließlich, als der Hauptdarsteller in Stagediving-Manier in das meuternde Publikum springt und dabei eine Massenschlägerei anzettelt. Zum Glück für alle Beteiligten erscheint jetzt William Shakespeare auf der Bildfläche, der zunächst Alice (Olivia DeJonge), die hübsche Tochter des Theaterbesitzers, und danach auch die restliche Crew von seinem Talent und seinem Stück überzeugen kann. Als das Stück dann noch das Publikum zum Toben bringt und selbst den gefeierten Schriftsteller Christopher Marlowe (Jamie Campbell Bower) beeindruckt, wähnt Will mit Tränen den Glücks in den Augen all seine Träume in Erfüllung.

Und es wäre "Will" und den Zuschauern zu wünschen gewesen, dass die Geschichte an dieser Stelle geendet hätte. Dass die Adaption des Stoffs eine moderne Interpretation des fiktiven Lebens des jungen William Shakespeare darstellen soll, erklärt zwar die stilistisch merkwürdig zusammengewürfelten Kulissen und Kostüme, macht sie jedoch nicht besser. Optisch scheint in "Will" nichts so recht zusammenzupassen. Während die Hälfte der Charaktere in Lederjacken mit Leopardenfell-Innenfutter und Glitzer-Applikationen herumstolziert, ist die andere in historisch anmutende Gewänder gekleidet. Der Gedanke, die alte Geschichte um Shakespeares Leben neu zu interpretieren ist interessant, nur leider wurde er nicht zu Ende gedacht bzw. kontinuierlich durchgesetzt. Als Zuschauer fragt man sich, warum die Produzenten sich nicht für eine klare Linie entschieden haben. Die gesamte Szenerie wirkt durch diese Brüche zwischen historisch und modern sehr irritierend bis überzogen.

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Will
Will feiert einen ersten Triumph vor einem Publikum aus anachronistischen Punks

Das können auch die Schauspieler nicht mehr retten, die häufig flache und einseitige Charaktere verkörpern. Kemp (William Houston), der Hauptdarsteller in Burbages Theater, ist ein ewig pöbelnder und herumhurender Trunkenbold. Burbages Sohn Richard (Mattias Inwood) hat sich das Overacting nicht nur während seiner Auftritte auf den Leib geschrieben und stolziert herum wie ein aufgeblasener Gockel. Die rebellische Alice muss sich in einer Männerdomäne durchsetzen und mit ihren Gefühlen für Will kämpfen. Der tagträumende Poet erwidert ihre Gefühle natürlich und vergisst von einem auf den anderen Tag seine Familie zu Hause, für die er ja eigentlich mit seinem neuen Job den Lebensunterhalt verdienen wollte. Daneben ist Shakespeare noch durch seine Herkunft aus einer katholischen Familie in die religiös-politischen Ränkespiele der damaligen Zeit verstrickt. Katholikenjäger Richard Topcliffe (Ewen Bremner) ist nicht nur der sadistischste Folterknecht in der Geschichte, er macht seinen Job auch noch ausgesprochen schlecht, da er einen Verdächtigen nach dem anderen zu Tode foltert, ohne seinem Ziel auch nur einen Schritt näher gekommen zu sein. Den einzigen Lichtblick unter den Figuren bildet Jamie Campbell Bower als charismatischer Christopher Marlowe, der durch seine unglaublich fesselnde Präsenz jede Bühne für sich einzunehmen vermag. Die gemeinsamen Szenen zwischen Marlowe und Shakespeare gehören zu den authentischsten und spannendsten der ganzen Serie.

Die Handlung der ersten Episoden von "Will" entwickelt sich sehr sprunghaft und zuweilen unglaubwürdig. Durch die Einseitigkeit der Figuren bleiben ihre Motive oft im Dunkeln und ihre Handlungen damit nur schwer nachvollziehbar. Es gibt natürlich nette Einfälle und lustige Passagen, vor allem die Teile, in denen Will die Magie seiner Worte entfalten kann, wie z.B. in einem Wort-Duell in einer Bar. Leider überwiegen aber oft die negativen Eindrücke.

Viele verschiedene Themen und Handlungsstränge, wie Wills Schreibprozesse, die Zerrissenheit zwischen den zwei Frauen in seinem Leben, die Beziehung zu Christopher Marlowe und seine Religionszugehörigkeit, werden zwar angeschnitten, aber nicht nachvollziehbar aufgebaut. Auch werden oftmals Szenen eingebaut, die wohl für mehr Spannung sorgen sollen, ihre Wirkung aber schlicht und ergreifend verfehlen oder zumindest nicht vollständig aufbauen können. Gefühlt muss in jeder Folge mindestens zweimal eine Folterszene oder eine Sexszene integriert werden, so als ob das zum guten Ton einer historischen Serie gehören würde.

Shakespeare und Alice in Will
Alice (l.) macht Will schnell seine Frau und die drei Kinder vergessen

"Will" bringt vieles mit, was sich zu interessanten Aspekten innerhalb der Serie entwickeln könnte. Nur leider entwickelt sich in den ersten Episoden nicht viel. Die Idee einer modernen Adaption ist interessant, aber sie wird nicht konsequent umgesetzt. Die Schauspieler sind gut, aber die Figuren bleiben meist eindimensional. Viele Bausteine der Serie sind gut, wie die kreative Art und Weise eine alte Geschichte neu zu erzählen, die innovativen Kostüme oder die stimmungsvolle moderne Musik. Aber im Endeffekt passen sie nicht gut zusammen und ergeben somit kein stimmiges Gesamtbild.

Die Serie will lustig, traurig, mitreißend, dramatisch und anspruchsvoll zugleich sein, verheddert sich aber in zu vielen und nicht zu Ende gedachten Handlungssträngen und scheitert schließlich an ihren eigenen Ansprüchen.

Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten vier Episoden von "Will"


Meine Wertung: 2.5/5



Jana Bärenwaldt
© Alle Bilder: TNT



"Will" feiert seine Weltpremiere ab Montagabend in den USA. Durch den deutschen Pay-TV-Sender TNT Serie kommt die zehnteilige erste Staffel der Drama-Serie bereits ab Dienstag, 11. Juli, nach Deutschland und läuft dort wöchentlich um 20.15 Uhr.

Leserkommentare

  • Glotzen schrieb am 13.07.2017, 13.03 Uhr:
    GlotzenEs ist so als ob ein motivierteres, ,begabtes ,, Landei " nach Berlin/Kreuzberg kommt und seine eigenen Träume und Begabung verwirklichen möchte . Sicher man kann immer alles besser machen .. Nach zwei Folgen und im Shakespeare-Jahr bin ich sehr angetan von dieser Serie .