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TV-Kritik/Review: "Warrior": Martial-Arts-Westernserie überzeugt auch mit historischem Hintergrund
von Gian-Philip Andreas(14.06.2019)

Am Anfang von
Doch "Warrior" spielt nicht im Heute. Ah Sahm betritt den amerikanischen Boden im Jahr 1878, kurz bevor in der Chinatown von San Francisco die berüchtigten Tong Wars ausbrechen. Verschiedene chinesische Einwandererdynastien ("Tongs"), die das Geschäft mit Opium unter sich ausmachten, geraten damals nahezu bürgerkriegsähnlich aneinander. Den Chinesen standen zu der Zeit die Iren gegenüber, die in früheren Migrationswellen in die USA übergesiedelt waren und ihre eigenen Arbeitsplätze durch den "billigeren" Nachschub aus Asien in Gefahr sahen. Schon in den ersten Szenen wird also ein ganzes Panorama gegenseitiger Abneigungen eröffnet: Rassismus aus sozialer Angst (die Iren gegen die Chinesen), aus einer Machtstellung heraus (die Beamten), dazu der Kampf von Chinesen gegen andere Chinesen. Lauter Konfliktstoffe, an den Ethnien entlang aufgefächert: Damit ist "Warrior" dann doch eine Serie von heute - obwohl doch das, was

Cinemax schließt jetzt diese Lücke. Die ersten Folgen präsentieren eine klassische Crime-/Mobster-Story, gekreuzt mit Elementen aus
In den ersten Folgen geht es um Ah Sahms Initiation in die Tong-Welt. Dass der Neuankömmling nicht lange fackelt und über beeindruckende Martial-Arts-Fähigkeiten verfügt, wird bereits am Hafen deutlich, wo er in einer knackigen Kampfsequenz die rassistischen Zollbeamten ausschaltet. Der umtriebige Waffenhändler Wang Chao (dessen Darsteller Hoon Lee hat Jonathan Tropper aus "Banshee" mitgebracht), der sämtliche Tongs und geschickterweise auch noch die Polizei mit seinen Waren beliefert, wird auf den coolen Kämpfer aufmerksam, nimmt ihn mit zu den Hop Wei. Deren Boss Father Jun (Perry Yung aus
Father Juns Sohn, Young Jun (Jason Tobin), ist ein junger Heißsporn, der sich möglicherweise für etwas ausgebuffter hält, als er ist. Er nimmt den schweigsamen Neuen unter seine Fittiche, führt ihn ins Bordell der geheimnisvollen Ah Toy (Olivia Cheng) und informiert ihn (und uns Zuschauer) über die Loyalitätslinien in der Tong-Konkurrenz Chinatowns. Das wird wichtig, als Ah Sahms eigentliche Mission ersichtlich wird: Er sucht seine Schwester. Diese lebt inzwischen allerdings unter dem Namen Mai Ling (Dianne Duan) als Ehefrau des ältlichen Tong-Bosses Long Zii und genießt als solche einige Macht - vor allem auch, weil sie mit dem Mann fürs Grobe der Familie, Li Yong (Taslim), nicht nur ein Verhältnis hat, sondern auch im Lotterbett Ränke schmiedet. Es ist durchaus der Rede wert, dass mit Ah Toy und Mai Ling gleich zwei asiatische Frauen einflussreiche, taffe Rollen mit Entscheidungsgewalt spielen.

Während zwischen den Hop Wei, den Long Zii und anderen Tongs alles auf einen bewaffneten Konflikt zuläuft, an deren Ausbruch gleich mehrere Beteiligte einiges Interesse zu haben scheinen; während immer mehr grausam gemeuchelte Tong-Mitglieder in den Gassen Chinatowns herumliegen und sich das Doppelleben mancher Figur offenbart; und während sich Ah Sahm und Mai Ling als geschwisterliches Duo auf gegnerischen Seiten wiederfinden, blendet die Story auch zur Polizei und in die Politik herüber. Officer "Big Bill" O'Hara (Kieran Bew aus

Nur unzureichend ist damit das für eine Actionserie relativ komplexe Anfangsgeschehen skizziert, das sich quasi von der ersten Sekunde an mit vielen Konflikten dem Verhängnis entgegenschraubt und dabei ein forsches, mitunter fast zu eiliges Tempo vorlegt (schon am Ende der Pilotepisode folgt Enthüllung auf Enthüllung). Die Kämpfe werden von den Regisseuren Assaf Bernstein (
Tonal wirkt "Warrior" dagegen etwas unentschlossen. Die Kämpfe etwa werden betont anachronistisch und fast tarantinoesk mit funkigen Musiknummern unterlegt, andernorts dröhnt Hip-Hop durch die Gassen, wenn die Tong-Schläger in feschen Anzügen aufmaschieren. Dann wird es ironisch-grotesk, wenn Richard Lee wie ein nerdiger Western-Sherlock in Eingeweiden wühlt, oder sogar selbstreferenziell, wenn entscheidende Zusammentreffen in einem Saloon namens "Banshee" stattfinden. Andernorts (auch in den diversen, etwas geschmäcklerisch inszenierten Sexszenen) wird's dagegen gern mal sehr ernst und melodramatisch, wobei sich Newcomer Andrew Koji in der Titelrolle dem ihm Abverlangten als nicht immer gewachsen erweist. Er ist sowieso eher in jenen Szenen ideal, in denen er den coolen Loner so geben darf wie Keanu Reeves als

Bruce Lee selbst allerdings widerfährt mit dieser Produktion 46 Jahre nach seinem Tod späte Gerechtigkeit. Shannon Lee (die an der Seite von "Fast & Furious"-Regisseur Justin Lin auch als Executive Producer fungiert) dürfte sichergestellt haben, dass Tropper dem Geist des Lee'schen Notizbuches einigermaßen treu geblieben ist; und die Sensibilität, die dabei den Themen Rassismus und Migration entgegengebracht wird, müsste selbst David Carradine gutheißen. Diese wird auch auf der sprachlichen Ebene mitgedacht, die aus der Not, dass Mainstream-Zuschauer keine Lust auf untertitelte chinesische Sprachen haben, eine clevere Tugend macht: Immer wenn die Chinesen unter sich sind, switcht ihre Sprache (zeitgleich mit einer kreisenden Kamerabewegung, die diesen "Trick" visuell kenntlich macht) vom Kantonesischen ins Englische über; kaum sind sie aber mit Amerikanern oder Iren konfrontiert, hören wir sie wieder Kantonesisch und allenfalls gebrochenes Englisch sprechen, womit sie als "Fremde" markiert sind. Dieses Spiel mit Vertrautheit und Distanz geht überraschend gut auf, auch (oder gerade weil) dabei realistische Darstellungsweisen gezielt überschritten werden.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie "Warrior".
Gian-Philip Andreas
© Alle Bilder: Cinemax
Die Serie "Warrior" hat bei Sky Atlantic ab dem 14. Juni 2019 ihre Deutschlandpremiere. Die zehnteilige Auftaktstaffel läuft immer freitags um 20.15 Uhr. In den USA wurde die Serie bereits für eine zweite Staffel verlängert.
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