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Legendärer Satiriker, MAD-Chefredakteur und "Schmidteinander"-Erfinder
Herbert Feuerstein (1937-2020)
WDR
Herbert Feuerstein im Alter von 83 Jahren gestorben/WDR

Traurige Nachricht: Der Satiriker und Journalist Herbert Feuerstein ist am 6. Oktober 2020 im Alter von 83 Jahren gestorben. Als Chefredakteur des Satiremagazins MAD und Förderer des Late-Night-Talkers Harald Schmidt prägte der gebürtige Österreicher die deutsche Unterhaltungs- und Comedylandschaft in vielfältiger Hinsicht.

Herbert Feuerstein wurde am 15. Juni 1937 in Zell am See geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Von 1956 bis 1958 studierte er am Salzburger Mozarteum Musik in den Fächern Klavier, Cembalo und Komposition. Doch als er in seiner Tätigkeit als Kritiker eine Komposition von Bernhard Paumgartners, dem Präsidenten der Salzburger Festspiele, verriss und zudem einige Kommilitonen provoziert hatte, wurde ihm nahegelegt, die Hochschule zu verlassen. Am 20. November 1960 heiratete er seine erste Frau, die hawaiische Gaststudentin Pearl Higa, in New York. In der Metropole arbeitete er für die New Yorker Staats-Zeitung, ab 1968 als Chefredakteur. Parallel war er für den Hörfunk und als USA-Korrespondent der deutschen Satirezeitschrift Pardon tätig. 1969 kehrte Feuerstein nach Europa zurück, nachdem seine Ehe in die Brüche ging. Er wurde Verlagsleiter beim Verlag Bärmeier & Nikel und war bis 1991 insgesamt 20 Jahre lang Chefredakteur der deutschen Version des legendären MAD Magazins - für viele Humorschaffende eine sehr prägende Zeitschrift.

Feuersteins Karriere beim Fernsehen begann erst vergleichsweise spät - und zwar zunächst hinter der Kamera. 1984 wurde er als Autor der  "Michael Braun Talkshow" verpflichtet, 1985 folgte die abgedrehte Sketchshow  "Wild am Sonntag" am Sonntagvormittag im Ersten. Einem breiteren Publikum wurde Feuerstein schließlich an der Seite von Harald Schmidt bekannt. Ab Anfang 1990 war er zunächst festes Rateteam-Mitglied in der Spielshow  "Pssst...", bevor er ab Dezember 1990 als Co-Moderator und Chefautor von  "Schmidteinander" tätig war.

Herbert Feuerstein gilt als Förderer von Harald Schmidt, der in ihm das Potenzial für einen großen Entertainer sah. Durch seine Zeit in New York war Feuerstein vertraut mit amerikanischen Late-Night-Shows - ein Format, das bis dato in Deutschland völlig unbekannt war. "Schmidteinander" gilt als Vorreiter der  "Harald Schmidt Show", der bereits einige Late-Night-typische Elemente besaß - verbunden mit abgedrehten Sketchen und Einspielfilmen. Herbert Feuerstein legte Harald Schmidt den roten Teppich aus und ließ sich von ihm runterputzen - er gefiel sich in der Rolle des getretenen Hundes.

Das Konzept stammte von Feuerstein. Dass Harald Schmidt es ignorierte, gehört zum Anekdotenschatz, den der feinsinnige, eigenwillige und sehr gebildete Österreicher selbst verbreitete. Als kongeniales Duo erlangten Schmidt und Feuerstein schnell Kultstatus - bis heute. Ihn und mich verbindet der Hass auf die Menschheit und die Liebe zum Publikum. Und: Das Publikum lechzt danach, überfordert zu werden, sagte Feuerstein einmal. "Schmidteinander" lief von 1990 bis 1995 zunächst im WDR und später im Ersten. 1994 wurde das Format mit dem  Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Doch auch darüber hinaus schrieb Herbert Feuerstein Fernsehgeschichte - etwa als er 1997 im WDR zwölf Stunden am Stück die Live-Sendung  "Feuersteins Nacht" moderierte. Ein Jahr später folgte eine zweite zwölfstündige Nacht - und in den ersten sechs Stunden des neuen Jahrtausends ging er im WDR mit "Feuersteins Morgengrauen" erneut live auf Sendung. Von 1995 bis 1998 begab er sich in  "Feuersteins Reisen" zu fernen Orten. Das Ziel war, keine Satiresendung zu machen, aber auch kein typisches Reisemagazin. Feuerstein erkundete die Welt auf seine ganz persönliche Art - genau so, wie er es ohne Kamera auch getan hätte. Ebenfalls legendär ist Feuersteins Auftritt als Kidnapper von Mutter Beimer im Film  "Entführung aus der Lindenstraße".

In der Anfangsphase der Sat.1- "Wochenshow" wirkte Herbert Feuerstein 1996 regelmäßig als Stuntman Spartakus mit, bevor er von 2000 bis 2005 festes Rateteam-Mitglied in der Kabel-Eins-Neuauflage von  "Was bin ich?" wurde. Darüber hinaus lieh er Professor Brabbelback in der  "Sendung mit der Maus" seine Stimme und sprach 2004 im Disney-Animationsfilm  "Die Unglaublichen" Gilbert Huph. Von 2003 bis 2011 war er außerdem regelmäßig in der Comedy-Panelshow  "Genial daneben" von Hugo Egon Balder zu Gast. 2007 war Feuerstein erneut an der Seite von Harald Schmidt in der kurzlebigen Neuauflage von "Pssst..." zu sehen. Ferner spielte er in der Romanverfilmung  "Vollidiot" von Tommy Jaud und in  "Wickie und die starken Männer" von Michael "Bully" Herbig mit. In der Märchenverfilmung  "Frau Holle" aus dem Jahr 2008 war er als Erzähler zu hören.

Anlässlich seines 70. Geburtstags strahlte der WDR 2007 die Sondersendung  "Herr Feuerstein wird 70, und Herr Schmidt bejubelt ihn" aus. Fünf Jahre später folgte  "Herr Feuerstein wird 75 und Herr Pastewka feiert ihn".

Neben seinen Aktivitäten fürs Fernsehen ging Feuerstein seiner Leidenschaft als Theaterschauspieler nach. 1998 gab er in Berlin sein Debüt und zwischen 2003 und 2008 spielte er in 75 Vorstellungen der Operette "Die Fledermaus" an der Oper Köln den Amtsdiener Frosch. Mit seinem Musikkrimi "MozartMordNacht" trat er im Mozartjahr 2006 zwanzig Mal mit verschiedenen Orchestern auf, ab 2007 dann mit dem Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester mit der Reihe "Feuerstein führt Klassik ein". 2007 verkörperte er Gott in der Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny". 2009 und 2010 war er im Berliner Dom bei den Berliner Jedermann-Festspielen als Teufel zu sehen.

2010 wurde Herbert Feuerstein beim  "Deutschen Comedypreis" mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet, 2014 erschien seine Autobiographie "Die neun Leben des Herrn F.". 2017 wurde er von Pierre M. Krause für dessen Sendung  "Krause kommt!" in seiner Heimat besucht - es handelte sich um einen der letzten TV-Auftritte von Feuerstein, der zuletzt zusammen mit seiner Ehefrau Grit Bergmann in Erftstadt lebte.

Harald Schmidt: Feuerstein war ein Genie. Das hat er mir selbst gesagt, und ich habe es ihm bestätigt. Während 'Schmidteinander' hat er mir befohlen, zuerst zu sterben. Jetzt ist es anders gekommen. Bei unserem letzten Treffen an der Sicherheitskontrolle in Tegel habe ich ihm gesagt, dass ich ihm im Grunde meine Karriere verdanke. Er hat es mir bestätigt. Feuerstein ist unsterblich, zumindest solange mir noch wildfremde Leute auf Rolltreppen das Putzgeräusch der Zwergbrillenratte vorspielen. Zum Abschied danke und leise Servus auf der Nasenflöte. Tschüss, Feuerstein.

WDR-Intendant Tom Buhrow: Wir bedanken uns bei Herbert Feuerstein nicht nur für 'Schmidteinander', eine Kult-Show, die Fernsehgeschichte geschrieben hat und vieles verändert hat. Sondern auch für seinen klugen Humor, seine herrliche Albernheit, den intelligent durchdachten Anarchismus und viele, viele höchst unterhaltsame Fernseh- und Hörfunkstunden. So oft hat er uns zum Lachen gebracht. Heute sind wir traurig.

UPDATE: Zu Ehren von Herbert Feuerstein strahlt das WDR Fernsehen am Mittwoch, 7. Oktober, um 22.15 Uhr die Sondersendung:  "Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf. Und lebt noch 2091 Tage" aus. In dem Film von Klaus Michael Heinz schreibt Herbert Feuerstein im Januar 2015 seinen Nachruf und nimmt ihn für den Hörfunk auf: Ich will nicht lang drumrum reden, ich bin jetzt tot, und Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, werden das eines Tages auch sein. Auf Wunsch von Klaus Michael Heinz lässt Feuerstein erstmals eine Home-Story zu: Anke Engelke besuchte ihn zu Hause in Erftstadt und stellte ihm vor laufenden Kameras persönliche Fragen - auch zum selbstbestimmten Sterben.

Bereits am Mittwoch, 7. Oktober strahlt der Hörfunksender WDR 5 um 20.04 Uhr "Herbert Feuersteins Nachruf auf sich selbst" aus.

Eine ausführliche Werkschau über Herbert Feuersteins Lebenswerk wird seit vielen Jahren auf www.herbert-feuerstein.de gepflegt.


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Leserkommentare

  • andreas_n schrieb via tvforen.de am 19.10.2020, 23.11 Uhr:
    OStD Dr. Gottlieb Taft schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > @Sveta Kannte das Interview bereits vorher. Die
    > mir unterstellte Unkenntnis ist also durchaus
    > nicht vorhanden. Leider enthält es auch keine
    > Antwort auf die Frage, was Feuerstein denn
    > eigentlich genau war, sondern bestätigt vielmehr
    > die These, dass er mal dies mal jenes gemacht hat,
    > aber nichts "so richtig". Als was würdest du ihn
    > denn bezeichnen? Komiker? Redakteur? Moderator?

    Die Antwort lautet: Er war ein Mensch - ein Mensch, an den sich viele andere Menschen sehr gerne erinnern, und einer, der vielen fehlen wird.
  • OStD Dr. Gottlieb Taft schrieb via tvforen.de am 19.10.2020, 22.48 Uhr:
    James Finlaysons Assistent schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ääähh, kann es vielleicht sein, daß der Herr
    > Oberstudiendirektor
    > noch nie "Schmidteinander" angekuckt hat?
    > (oder die ersten Folgen von "Pssst...")
    >
    > Herbert als Prügelknabe von Harald war immer der
    > Brüller!

    Doch hat er und er fand es unlustig und vorhersehbar. So jämmerlich wie sich Feuerstein in die Rolle des Prügelknaben gedrängt hat, hatte ich nie dieses Pseudo-Mitleid mit ihm, was die Rolle hervorrufen sollte, sondern fand es eher verdient, wenn er was abbekommen hat. So furchtbar jämmerlich, wie er sich da angestellt hat.
    Später in der Harald-Schmidt-Show wollte er einmal partout nicht ins Studio kommen und ließ sich nur über einen Fernseher zuschalten. Schmidt war nach kurzer Zeit sichtlich (und unironisch) genervt davon, wie Feuerstein mit seiner hauchzarten Stimme die ganze Zeit die beleidigte Leberwurst markiert hat.

    "Pssst..." habe ich allerdings tatsächlich nie gesehen. Als Ratemitglied kannte ich Feuerstein nur aus "Was bin ich?". Und seine Schenkelklopfer dort waren einfach nur unlustiger alte-Leute-Humor ohne jeglichen Biss.

    @Sveta Kannte das Interview bereits vorher. Die mir unterstellte Unkenntnis ist also durchaus nicht vorhanden. Leider enthält es auch keine Antwort auf die Frage, was Feuerstein denn eigentlich genau war, sondern bestätigt vielmehr die These, dass er mal dies mal jenes gemacht hat, aber nichts "so richtig". Als was würdest du ihn denn bezeichnen? Komiker? Redakteur? Moderator?

    @burchi Gestehe ich vom Bildungsanspruch her ein, ja. Hatte mich dabei aber eher auf die Funktion bezogen. Auch Elton ist hauptsächlich bekannt dafür, dass er eben im Fernsehen ist... ohne irgendetwas wirklich zu können bzw. auf etwas spezialisiert zu sein. Komiker ist er nicht wirklich, Moderator nur selten. Meistens einfach nur "Gast".
    Er sagte ja selbst, dass er einfach nur in's Fernsehen wollte, um im Fernsehen zu sein. Weil er nichts besonderes konnte hat er dann einfach mal eine Bewerbung an Stefan Raab geschickt und Glück, dass dieser ihn irgendwie lustig fand und Verwendung für ihn hatte.
  • TheBlutsvente schrieb am 18.10.2020, 13.27 Uhr:
    Sehr sehr schwerer Verlust für des deutsche TV, auch wenn er lange nicht mehr on war. Sein Anarchismus-Witz war legendär. Und im Duo mit Harald Schmidt eine legendäre Mischung. Solches TV wünsche ich mir wieder. Mach's gut, Feuerstein!
  • Ralfi schrieb via tvforen.de am 16.10.2020, 12.59 Uhr:
    Ausgerechnet Elton mit ihm zu vergleichen, sehr schnöde.
  • burchi schrieb via tvforen.de am 16.10.2020, 08.39 Uhr:
    OStD Dr. Gottlieb Taft schrieb:

    > Mit Leuten wie Elton, Hella von Sinnen und
    > diversen Realty-TV-Sternchen hat er jedefalls jede
    > Menge würdige Nachfolger.


    Herbert Feuerstein mit diesen Personen in einen Topf zu werfen, halte ich für sehr gewagt.....
  • Sveta schrieb via tvforen.de am 15.10.2020, 16.08 Uhr:
    OStD Dr. Gottlieb Taft schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Für mich der Vater aller Fernsehgesichter, die
    > nur dafür berühmt sind, dass sie eben im
    > Fernsehen sind; von denen man aber nie so genau
    > weiß, welche Funktion sie eigentlich ausfüllen.
    > Schauspieler war Feuerstein nicht, Moderator nur
    > selten, für einen Redakteur dann doch zu häufig
    > vor der Kamera, Komiker auch nicht wirklich, denn
    > dafür war er schrecklich unlustig. Hauptsächlich
    > war er Gast in fremden Sendungen.
    > Mit Leuten wie Elton, Hella von Sinnen und
    > diversen Realty-TV-Sternchen hat er jedefalls jede
    > Menge würdige Nachfolger.

    Selten eine so falsche Einschätzung gelesen.
    Ein Zeichen von absolut beklagenswerter Unkenntnis!

    Habe dem Oberstabsdementor mal ein Interview mit Godehard Wolpers (Geschäftsführer von "Brainpool" und früherer Redakteur von "Schmidteinander", "Wochenshow", "Ritas Welt" u.a.) herausgesucht. Absolut lesenswert, auch wenn es hauptsächlich um Feuersteins Rolle bei "Schmidteinander" geht: https://uebermedien.de/53702/herbert-feuerstein-kinski-war-nix-dagegen/
  • James Finlaysons Assistent schrieb via tvforen.de am 15.10.2020, 13.31 Uhr:
    OStD Dr. Gottlieb Taft schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Für mich der Vater aller Fernsehgesichter, die
    > nur dafür berühmt sind, dass sie eben im
    > Fernsehen sind; von denen man aber nie so genau
    > weiß, welche Funktion sie eigentlich ausfüllen.
    > Schauspieler war Feuerstein nicht, Moderator nur
    > selten, für einen Redakteur dann doch zu häufig
    > vor der Kamera, Komiker auch nicht wirklich, denn
    > dafür war er schrecklich unlustig. Hauptsächlich
    > war er Gast in fremden Sendungen.
    > Mit Leuten wie Elton, Hella von Sinnen und
    > diversen Realty-TV-Sternchen hat er jedefalls jede
    > Menge würdige Nachfolger.


    Ääähh, kann es vielleicht sein, daß der Herr Oberstudiendirektor
    noch nie "Schmidteinander" angekuckt hat?
    (oder die ersten Folgen von "Pssst...")

    Herbert als Prügelknabe von Harald war immer der Brüller!


  • Deckard schrieb via tvforen.de am 15.10.2020, 12.20 Uhr:
    Das ist ja ja köstlich, danke! Hab’s erst jetzt gesehen.
    Das versteht man wahrscheinlich dann wirklich nur, wenn man in Wien wohnt 😃
  • faxe61 schrieb via tvforen.de am 15.10.2020, 02.54 Uhr:
    OStD Dr. Gottlieb Taft schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Für mich der Vater aller Fernsehgesichter, die
    > nur dafür berühmt sind, dass sie eben im
    > Fernsehen sind; von denen man aber nie so genau
    > weiß, welche Funktion sie eigentlich ausfüllen.
    > Schauspieler war Feuerstein nicht, Moderator nur
    > selten, für einen Redakteur dann doch zu häufig
    > vor der Kamera, Komiker auch nicht wirklich, denn
    > dafür war er schrecklich unlustig. Hauptsächlich
    > war er Gast in fremden Sendungen.
    > Mit Leuten wie Elton, Hella von Sinnen und
    > diversen Realty-TV-Sternchen hat er jedefalls jede
    > Menge würdige Nachfolger.

    Was soll das Geschwurbel von dir?
    Was ist denn jetzt deine Aussage, genau.
  • OStD Dr. Gottlieb Taft schrieb via tvforen.de am 15.10.2020, 00.55 Uhr:
    Für mich der Vater aller Fernsehgesichter, die nur dafür berühmt sind, dass sie eben im Fernsehen sind; von denen man aber nie so genau weiß, welche Funktion sie eigentlich ausfüllen. Schauspieler war Feuerstein nicht, Moderator nur selten, für einen Redakteur dann doch zu häufig vor der Kamera, Komiker auch nicht wirklich, denn dafür war er schrecklich unlustig. Hauptsächlich war er Gast in fremden Sendungen.
    Mit Leuten wie Elton, Hella von Sinnen und diversen Realty-TV-Sternchen hat er jedefalls jede Menge würdige Nachfolger.
  • VT 5081 schrieb via tvforen.de am 09.10.2020, 14.36 Uhr:
    Deckard schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Abgesehen davon mochte ich die Rubrik "Du weißt,
    > dass du .... XY... bist, wenn du..."
    > (falls das jetzt nicht zu kryptisch ist)

    Das muß die Vorlage für unzählige Spaß-Mails gewesen sein! :-) --> Schnell rausgesuchtes Beispiel neueren Zuschnitts
  • Deckard schrieb via tvforen.de am 09.10.2020, 13.29 Uhr:
    Ich habe vor allem die großartig gezeichneten, von bissigem Humor geprägten Filmparodien geliebt. Mein größtes Glück: Als einmal eine Sonder-Edition mit den "100 besten Filmparodien" herauskam. (oder sollen es 50 gewesen sein, egal.)

    Abgesehen davon mochte ich die Rubrik "Du weißt, dass du .... XY... bist, wenn du..."
    (falls das jetzt nicht zu kryptisch ist)

    Zu Feuerstein: ein toller, humorvoller Mensch voller Mut und Persönlichkeit. Möge er grinsend ruhen!
  • tiramisusi schrieb via tvforen.de am 09.10.2020, 12.23 Uhr:
    so war es bei uns auch .. mein Bruder, der 5 Jahre älter war als ich, brachte das Heft immer mit und so oft haben wir uns gemeinsam kaputt gelacht .. und was Feuerstein da so an neuen Wortschöpdungen offenbarte..also da sehe ich ihn durchaus an der Seite von Dr. Erika Fuchs, der legendären deutschen "Mutter" von Donald Duck und Co.
    Und immerhin brachte Feuerstein das kleine unbedeutende Satiremagazin von gerademal einer Auflage von 8000 Stück bis auf 300.000 zu Spitzenzeiten ...

    Spy & Spy war eines der Highlights, Kaputtnik und Feinbein und allen voran Don Martin haben mich schon sehr geprägt damals :-)
  • Thinkerbelle schrieb via tvforen.de am 08.10.2020, 23.55 Uhr:
    kleinbibo schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Thinkerbelle schrieb:
    > --------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich habe mal als Teenagerin einen Leserbrief an
    > > MAD geschrieben und eine Antwort von Herbert
    > > Feuerstein bekommen
    >
    > Das hört sich ja beeindruckend an. Ich kann mich
    > allerdings an MAD überhaupt nicht erinnern. Wie
    > teuer war da so eine Ausgabe eigentlich und kann
    > man sich das so ähnlich wie die Titanic
    > vorstellen?


    Als ich anfing zu lesen hat es 2,50 DM gekostet. Später wurde der Preis auf 3 DM erhöht. Das war nicht ganz billig, aber das Heft hatte dafür keine Werbung.
    Das Heft bestand fast vollständig aus Comics. Es gab eine Filmparodie, einen Einseiter von Don Martin (sowas wie das: https://www.facebook.com/MADMagazinDeutschland/posts/neulich-im-mittelalteridee-don-edwing-zeichner-don-martinhttpswwwpaninishopdeser/1309876062483912/), Dave Berg (Abteilung Berg-Predigt) mit witzigen Betrachtungen zu Alltagsdingen, auf den Seiten waren noch winzige Zeichnungen von Sergio Aragonés versteckt, auf der Rückseite war meist ein Bild, das man falten konnte und das dann was ganz anderes darstellte. Und es gab Leserbriefe, die vom "Red." sehr witzig beantwortet wurden.
    Mein Bruder und ich haben uns immer über die Geschichten kaputt gelacht.
    Es war bei weitem nicht so politisch wie die Titanic, und zielte auch mehr auf Jugendliche ab.
  • kleinbibo schrieb via tvforen.de am 08.10.2020, 17.42 Uhr:
    Thinkerbelle schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ich habe mal als Teenagerin einen Leserbrief an
    > MAD geschrieben und eine Antwort von Herbert
    > Feuerstein bekommen

    Das hört sich ja beeindruckend an. Ich kann mich allerdings an MAD überhaupt nicht erinnern. Wie teuer war da so eine Ausgabe eigentlich und kann man sich das so ähnlich wie die Titanic vorstellen?
  • sascha72 schrieb via tvforen.de am 08.10.2020, 11.14 Uhr:
    Herbert Feuerstein hat seinen eigenen Nachruf aufgenommen.

    https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/spezial/herbert-feuerstein-148.html

    Super. Ein Vermächtnis.
  • Thinkerbelle schrieb via tvforen.de am 07.10.2020, 15.46 Uhr:
    Ich habe mal als Teenagerin einen Leserbrief an MAD geschrieben und eine Antwort von Herbert Feuerstein bekommen - dem berüchtigten "Red." :-) Obwohl der Witz darin nicht auf dem Niveau des MAD Heftes war hab ich mich doch sehr drüber gefreut.
    Im Fernsehen wurde er erst viel später bekannt, aber da kannte ich ihn schon als den Red. des MAD Heftes. Und auch dort habe ich ihn immer gerne gesehen.

    Möge er in Frieden ruhen!
  • TVMaster74 schrieb via tvforen.de am 07.10.2020, 15.24 Uhr:
    Habe es gerade bei Wikpedia gesehen. Bin traurig und er wird mir fehlen. Mehr kann ich dazu gerade nicht sagen. :(
  • tiramisusi schrieb via tvforen.de am 07.10.2020, 14.43 Uhr:
    sorry , in der Kopfzeile mit dem Alter vertan
  • tiramisusi schrieb via tvforen.de am 07.10.2020, 14.24 Uhr:
    Aus der Meldung des WDR ..
    ##quote##
    Er war viel mehr als der Sparringspartner von Harald Schmidt. Herbert Feuerstein hat dem Job des Entertainers durch anarchische Blödelkunst eine neue Qualität verliehen. Der Autor, Entertainer und Kabarettist ist im Alter von 83 Jahren in Erftstadt gestorben.

    Für Herbert Feuerstein war Blödsinn von Anfang an ein Akt des Widerstands. In seiner Jugend sei Nonsens ein probates Mittel gewesen, um sich gegen den bekennenden Nazi-Vater und die hysterische Mutter zur Wehr zu setzten: Daran wird sich der 1937 im österreichischen Zell am See geborene Entertainer später erinnern.

    Dazu passt auch gut, warum er als angehender Konzertpianist 1958 vom Mozarteum in Salzburg flog: Er hatte einen kalauernden Verriss über eine Komposition des damaligen Präsidenten der dortigen Festspiele geschrieben.
    ##quoter end##

    Hier der ganze Artikle,. Mir persönlich fehlen noch die eigenen Worte
    https://www1.wdr.de/nachrichten/herbert-feuerstein-gestorben-100.html


    Gerne erinnere ich mich an eine seiner Sendungen, in der er die Gudon Shades vorstellte, ein Vocalgruppe im Stile der Comedian Harmonist. Da sagte t er, dass es da zwei Lieder gäbe, die er gerne auf seiner Beerdigung gespielt haben möchte ..ich hoffe, der Wunsch wird ihm erfüllt ..hier für Euch





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