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Jürgen Domian WDR/Annika Fußwinkel

TV Wunschliste: Es kann bei "Domian live" nicht nur über persönliche Themen gesprochen werden, sondern auch über gesellschaftspolitische Dinge. Ein Thema, das Sie jüngst angesprochen haben, ist die zunehmende politische Korrektheit. Wie stehen Sie generell dazu?

Jürgen Domian: Mich macht das wahnsinnig. Ich komme ja aus dem links-grünen, intellektuellen Milieu und kenne mich dort sehr gut aus. Es besteht eine ungeheure Angst und Ignoranz, die Dinge beim Namen zu nennen. Dabei müssen wir das machen, um es nicht der AfD oder den Konservativen zu überlassen. Ich will thematisieren dürfen, dass Juden sowohl von Rechts als auch durch fanatische Moslems gefährdet sind. Ich will thematisieren dürfen, dass Schwule und Lesbe im islamischen Kulturkreis durch die Hölle gehen! Gerade die Grünen, die sich Schwulen- und Frauenrechte so auf ihre Fahnen geschrieben haben, schweigen seit 20 bis 30 Jahren zu diesem Thema. Ich verstehe es nicht. Die Einzige, die sich zum Beispiel im Kopftuchstreit klar positioniert hat, war Alice Schwarzer, die ich generell nicht besonders schätze. Aber in diesem Fall fand ich das sehr mutig - und sie hat ja dann auch gleich von Grünen-Politikern und -Politikerinnen ihr Fett weggekriegt.

Was glauben Sie, weshalb es heutzutage viele Menschen vermeiden, klar Stellung zu beziehen?

Jürgen Domian: So viele Leute, Bürger wie Politiker, haben Angst, schon wegen einer kleinen sachlichen Kritik in die ausländerfeindliche Ecke geschoben zu werden. Das ist doch Wahnsinn. Indem man aber schweigt, treibt man der AfD die Leute, die eine andere Wirklichkeit als die politisch korrekte erleben, doch geradezu in die Arme.

Dies hat man jüngst auch wieder bei den Landtagswahlen im Osten beobachten können. Wundern Sie sich über die Wahlergebnisse?

Jürgen Domian: Dass die Ränder so stark geworden sind, wie jetzt in Thüringen, macht mich fassungslos. Dahinter aber steckt ein großes Versäumnis der ehemals großen Parteien. Meine Partei zum Beispiel, die SPD, beschäftigt sich fast nur noch mit sich selbst und vernachlässigt dabei eklatant die Sorgen und Anliegen der Leute. Warum wählen die Leute denn die Linken oder die AfD? Um diese Frage muss man sich kümmern. Und dann rigoros handeln. Sigmar Gabriel hatte das kapiert, aber den will die SPD nicht mehr.

Jürgen Domian WDR/Annika Fußwinkel

Man liest auch immer wieder, dass sich viele Kölner mittlerweile nachts auf den Straßen unsicher fühlen.

Jürgen Domian: Klar, aber das darf man auch nicht so sagen, beziehungsweise: Das darf man noch sagen, aber nicht, weshalb und vor wem man Angst hat. Das ist dann schon wieder heikel.

Anfang des Jahres war politische Korrektheit auch in einem anderen Zusammenhang Thema. Erst wurde Bernd Stelters Vornamenwitz über Annegret Kramp-Karrenbauer heftig diskutiert, anschließend machte die CDU-Politikerin selbst mit einem fragwürdigen Witz über das dritte Geschlecht Negativschlagzeilen. Zu Recht?

Jürgen Domian: Der Witz ist geschenkt, aber ich habe die Vermutung, dass sie wirklich so denkt. Um sich so einen Witz auszudenken, muss man zumindest einen Tick in diese Richtung tendieren. Das ist das Erschütternde daran. Sie hat sich ja schließlich auch gegen die Ehe für alle ausgesprochen und absurde Sachen über Schwule gesagt. Das finde ich für eine CDU-Parteichefin im Jahr 2019 sehr ärmlich. AKK ist eine Frau von gestern.

Verständlich. Andere Politiker wiederum reden gerne um den heißen Brei herum und drücken sich davor, klare Antworten zu geben.

Jürgen Domian: Vor Kurzem war CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus bei "Markus Lanz" und wurde gefragt, ob er dafür oder dagegen ist, dass Herr Maaßen aus der CDU ausgeschlossen wird. Eine ganz klare Frage - und er eierte zehn Minuten herum! So was ödet mich an. Populisten, allen voran Herr Trump, nutzen das aus und reden anders. Deshalb bekommen sie auch so viele Stimmen.

Allgemein habe ich das Gefühl, dass wir gerade in aufgeregten Zeiten leben. Ist das wirklich so oder wird die Aufregung durch Medien und soziale Netzwerke angetrieben?

Jürgen Domian: Ja, das glaube ich schon. Die Aufregung ist so groß, weil jeder Angst hat, etwas Falsches zu sagen, und immer gleich die Welt untergeht, wenn ein kleines Wort falsch verstanden wird. Was die gesamte politische Situation anbelangt: Ich kenne ja noch die Zeiten des Ost-West-Konflikts, wo alles am seidenen Faden hing und Angst vor Atomkrieg herrschte. Das waren sehr schwere Zeiten. Heutzutage ist alles etwas diffuser, weil man nicht so leicht durchschauen kann, wo die Gefahr lauert. Putin, Trump oder die Chinesen? Droht ein Zusammenbruch des Währungssystems? Im Spiegel stand vor einiger Zeit, dass Angela Merkel wohl die Regierungschefin sein wird, die mit den finstersten Zukunftsprognosen in ihren Ruhestand gehen wird. Das macht mir schon Sorgen, weil sie Dinge weiß, die wir noch nicht wissen.

Jürgen Domian WDR/Klaus Görgen

Von der Politik würde ich abschließend gerne wieder zurück zum Thema Fernsehen kommen. Welche Sendungen gucken Sie selbst gerne?

Jürgen Domian: Ich schaue sehr gerne Sendungen, in denen Unerwartetes passieren kann. Mein absolutes Highlight im Bereich Entertainment war "Schlag den Raab". Das fand ich grandios! Da bin ich wirklich fünf Stunden vor dem Fernseher gesessen. Alles war live, es wurden alle Pannen gezeigt und es war einfach spannend! Auch "The Masked Singer" fand ich gut. Ansonsten gucke ich die großen Talkshows, kreuz und quer politische Sendungen, ständig Nachrichten und Dokumentationen aller Art. Aber ich bin auch Trash-Fan, das heißt, ich gucke Dschungelcamp und "Das Sommerhaus der Stars". Letzteres ging dieses Jahr allerdings weit über den Unterhaltungsfaktor hinaus. Das war wie bei Shakespeare. Ich fand es erschütternd zu sehen, welche menschlichen Abgründe sich auftun, nur weil die Chance besteht, 50.000 Euro zu gewinnen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und alles Gute für Ihre berufliche und persönliche Zukunft!

"Domian live" ist vorerst vier Mal im WDR zu sehen, vom 8. bis 29. November immer freitags von 23.30 Uhr bis 0.30 Uhr im Anschluss an den "Kölner Treff".


 

Über den Autor

  • Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier ist Jahrgang '85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!". Auch für Realityshows wie den Klassiker "Big Brother" hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie "Die Harald Schmidt Show" und "PussyTerror TV", hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie "Eine schrecklich nette Familie" und "Roseanne", aber auch schräge Mysteryserien wie "Twin Peaks" und "Orphan Black". Seit Anfang 2013 ist er bei TV Wunschliste vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

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Leserkommentare

  • xena123 schrieb am 11.11.2019, 07.06 Uhr:
    xena123Es ist vollkommen richtig, mit und über die AFD zu reden. Denn das bedeutet Gräben zuzuschütten. Es ist nunmal eine Spaltung passiert, die die Menschen in zwei Lager teilt. Rechts und Links.
    Ein Kardinalfehler war, die AFD und ihre Wähler zu verdammen und als Antwort NOCH weiter nach Links zu rücken. Man hatte die Hoffnung, dass wären nur ein paar und die kommen wieder zurückgekrochen, wenn man sie und ihre Meinung ächtet.
    Das Gegenteil ist der Fall. Es werden immer mehr, SPD und CDU verlieren bei jeder Wahl dramatisch an Stimmen.
    Die Mitte muss zurück.
    Und ja: Die Mitte besteht aus eine Melange aus linken Positionen und aus rechten Positionen. Will man eine der Komponenten nicht, will man die Mitte nicht. Will man Extremismus.
    Also gibt es nur den Weg, annehmbare Komponenten, annehmbare Kompromisse zu finden, auch wenn die Einige zur Empörungsrage bringen und die gemäßigte Mitte zurückzuerobern.
    Die Alternative wäre - und da muss man kein Prophet sein - dass mit der Zeit nur noch die beiden Lager übrigbleiben. Wahrscheinlich mehr Richtung Rechtskonservativ als Linksextrem.
  • seventy schrieb via tvforen.de am 10.11.2019, 09.45 Uhr:
    seventyJa, das finde ich auch.
    Ganz schlimm in 2015 fand ich allerdings auch die schlechte Walnussernte.
    Aber wen will man dafür verantwortlich machen?
    Ich weiss, der Schädling ist eine Fliege, die die Früchte schwarz werden lässt. Sie stammt wohl aus den USA.
    Hoffentlich baut Mr. President bald seine Mauer. Die soll ja von einem Wassergraben umgeben sein, mit Schlangen und Krokodilen drin.
    Vielleicht fressen die ja gerne Walnussfliegen.
  • pars schrieb via tvforen.de am 10.11.2019, 04.25 Uhr:
    parsIch fand die neue Sendung von Domian etwas langweilig, und man merkte ihm seine Nervosität an. Ein paar Chancen sollte man ihm noch geben.
    Am interessantesten fand ich das Gespräch mit der älteren Dame, die auf abenteuerliche Weise aus der DDR flüchtete. Da hätte ich gerne noch weiter zugehört.
  • Kate schrieb via tvforen.de am 10.11.2019, 01.04 Uhr:
    KateM.D.Krauser schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > zu dem mist hier werde ich nichts mehr sagen.
    > der dorfschlaue kann sich vielleicht mal
    > übderlegen, ob nicht einige für das jahr 2015
    > zur rechenschaft gezogen werden.

    Ja, ich finde auch, dass der Feld-Ahorn eine schlechte Wahl als Baum des Jahres 2015 war.
    Der Rot-Ahorn ist viel hübscher.
  • M.D.Krauser schrieb via tvforen.de am 10.11.2019, 00.50 Uhr:
    M.D.Krauserzu dem mist hier werde ich nichts mehr sagen.
    der dorfschlaue kann sich vielleicht mal übderlegen, ob nicht einige für das jahr 2015 zur rechenschaft gezogen werden.
  • tiramisusi schrieb via tvforen.de am 09.11.2019, 20.48 Uhr:
    tiramisusider alte Junge soltees einfach lassen...seine Show war sowas von langweilig, seine Ausfragerei wie in alten Radiozeiten an der Grenze der Peinlichkeit und die Gesprächsgäste schien man aehr gezielt ausgesucht zu haben und reichten denn auch von Anteilnahme an einem unheilbar kranken jungen Mann über Zeugen-Jehova-Aussteigerin und devoter Sadomaso-Omma im Miniröckchem ( und ohja, die Lady hatte mit 67 noch klasse Beine) bis zur DDR-Geflüchteten mit spannender Geschichte - maber reicht all das für ein abendfüllendes Programm zu einer Zeit, in der auf allen ARD Sendern ne Talkshow läuft? Und Domian ist einfach nur noch ein Sabbelsack, der jedes Gespräch erst einmal in die schwule Richtunglenken möchte, der es versteht, peinliche Fragen zu stellen, deren Antwort kein normaler Mensch wirklich wissen will und dann am Ende aber keine anderen Resümees weiss als "tja meine Lieen, denn bis zum nächsten Mal ... " nee Domian, geniess Deine Rente, erfinde ein schwules Sandmännchen oder züchte Orchideen, aber fürs TV biste ausgelutscht
  • markus01 schrieb am 09.11.2019, 17.22 Uhr:
    markus01Die bösen Muslime, der böse Putin, die bösen Chinesen, der böse Trump..."Warum wählen die Leute denn die Linken oder die AfD?"....das ist der allgemeine bürgerliche Speech, auch in der SPD...Mainstreamnachgerede, mehr liefert der Jürgen nicht...anstatt Bücher zu lesen, schaut er Fernsehn querbeet und bildet sich darüber seine Meinung...als Vorbildfunktion nicht zu gebrauchen...er sollte lieber bei seinem white trash-format bleiben...
  • Flapwazzle schrieb am 08.11.2019, 14.06 Uhr:
    FlapwazzleDas sehe ich vollkommen anders. Man hat viel zu viel über AfD und ihre Wähler geredet als mit der AfD und ihren Wählern.
  • cassiel schrieb am 07.11.2019, 11.54 Uhr:
    cassielNett und freundlich jemandem nach dem Mund reden kann jeder.
    Mich hätte mal seine Antwort zu einer kritischen Frage interessiert z.B. wie zu seiner Aussage, dass die Anrufer nicht "recherchiert" wurden:
    Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass Ihre Sendung durch effektheischende Selektion der Anrufer wie Scripted-Reality-Formate auch nur die Sensationsgeilheit der Zuschauer bedient hat?
    Muss ich mir die Antwort wohl selbst geben: seinem Fernsehkonsum nach zu urteilen, ist er wohl selbst sensationsgeil wie seine Zuschauer. "Wie de Herr so's Gescherr" sagt man bei uns.
    BTW ich habe meine Fernsehempfangsmöglichkeit mittlerweile komplett abgeschafft. Auch kein Streaming. Gelegenlich mal ein youtube-Video, aber das ganze 24/7 TV-Programm was man frei von einem Satelliten empfangen kann geht mir inzwischen vollkommen am A.... vorbei. Und ich vermisse nichts. Nur noch über wunschliste.de bekomme ich einen Überblick über den Irrsinn der da abgeht. Und da frag ich mich warum ich dafür früher so viel Zeit verschwendet habe. Wahrscheinlich auch Sensationsgeilheit ...