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TV-Kritik/Review: "Lobbyistin": Polit-Thriller von ZDFneo bricht sich mit rasanter Fahrt selbst das Genick

TV-Kritik/Review: "Lobbyistin": Polit-Thriller von ZDFneo bricht sich mit rasanter Fahrt selbst das Genick

von Bernd Krannich (15.11.2017)
Serie will zu viel in zu wenig Zeit
"Lobbyistin": Welche Rolle spielt Wolfgang Zielert (Bernhard Schir) beim Fall von Eva Blumenthal (Rosalie Thomass)?
Bild: ZDF/Christoph Assmann
TV-Kritik/Review: "Lobbyistin": Polit-Thriller von ZDFneo bricht sich mit rasanter Fahrt selbst das Genick/Bild: ZDF/Christoph Assmann

Das zweite deutsche Fernsehen hat seinem kleinen Ableger ZDFneo mehr Drama verordnet und dazu eine kleine Serien-Offensive gestartet, zu der "Tempel" und zuletzt "Blaumacher" sowie die Ko-Produktionen "Sylvia's Cats" und "Countdown Copenhagen" gehören. Das aktuellste Projekt ist der Polit-Thriller "Lobbyistin", der leider an allen Ecken und Enden unter seiner kurzen Laufzeit leidet: Die Geschichte wird in sechs je halbstündigen Episoden erzählt.

Der einzige Moment, den die Zuschauer in den ersten beiden Folgen zum Verschnaufen erhalten, ist die Auftaktszene, in der ein Wagen mit der bewusstlosen Protagonistin Eva Blumenthal (Rosalie Thomass) langsam in die Spree rollt - dem altbekannten Motiv eines als Selbstmord inszenierten Mordes folgend. Es ist das erste, aber bei weitem nicht das einzige Mal, dass "Lobbyistin" tief in die Klischee-Kiste greift. Nach diesem Anreißer geht es erst einmal sechs Wochen in der Zeit zurück.

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Die Zuschauer erhaschen hier einen ersten, hastigen Blick in das geschäftige Leben von Eva Blumenthal, der die Politik durch den Vater in die Wiege gelegt wurde. Nun engagiert sich die junge, aufstrebende Bundestagsabgeordnete im Ministerium für Wirtschaft und Energie, steht vor der Veröffentlichung eines Gesetzesentwurfs, der erneuerbare Energien fördert - natürlich sehr zum Ärger der großen Stromkonzerne mit ihren Kraftwerken.

Doch dazu kommt es nicht: Evas Chef hat einen eigenen, für die Stromkonzerne deutlich günstigeren Gesetzesentwurf veröffentlicht. Zudem enthüllt er ihr, dass ihm Unterlagen zugespielt wurden, die ihre Bestechlichkeit beweisen können. Und legt ihr einen Rücktritt nahe - heimlich still und leise, um einen Skandal zu vermeiden. Schon nach wenigen Minuten erleben die Zuschauer, wie Blumenthal ihren Chef mit Unschuldsbeteuerungen anschreit und ihm unterstellt, sie mit gefälschten Beweisen absägen zu wollen, weil sie eine Affäre mit ihm beendet habe...

Am Ende der Folge findet sich Eva Blumenthal in Anstellung bei PPC, der Lobby-Agentur - ähm "politischen Beratungsfirma" - von Wolfgang Zielert (Bernhard Schir), einem alten Weggefährten ihres Vaters - bei PPC vermutet sie den Ursprung der Intrige gegen sich. Ebenfalls am Ende der Folge ist der Umweltminister tot, unter verdächtigen Umständen in der Spree ertrunken.

Die Lobyyistin
Steht unter keinem guten Stern: Die Beziehung des romantischen Gustav Hahn (René Geisler) und der freigeistigen Eva Blumenthal (Rosalie Thomass).

Für Blumenthal geht es darum, Freund und Feind zu trennen. Sie weiß, dass jemand sie, auch mit hervorragend gefälschten Beweisen, zum Rücktritt gebracht hat. Sie vermutet einen Zusammenhang mit ihrem Engagement in der Energiepolitik. Dabei muss sie einfache politische Gegner von solchen trennen, die zu Morden fähig sind. Derweil bricht ihr Leben um sie herum zusammen.

"Lobbyistin" geht in ihrer Erzählung nicht subtil, sondern mit der Brechstange vor. Bei der Vorstellung seiner Firma rühmt sich Lobbyist Zielert etwa damit, dass man durchgesetzt habe, dass Deutschland das einzige europäische Land sei, in dem Zigarettenwerbung noch erlaubt sei, und dass die Inhaltsstoffe von Babynahrung auf der Rückseite der Packung versteckt werden können. Die Angestellten hier sind eine Gruppe manipulativer, arroganter, sexistischer Egomanen, die lächeln, während sie Messer und Beleidigung hinter dem Rücken bereithalten.

Große Probleme hat "Lobbyistin" auch mit der Charakterisierung der Hauptfigur. Eva Blumenthal soll eine vielschichtige Anti-Heldin sein: Ihrem Lebensgefährten untreu, emotional schwer zugänglich, launisch und bissig, sowie auf der anderen Seite aber auch die beste Freundin einer alleinerziehenden Mutter und voller Fürsorge für ihren erwachsenen Bruder, der die Jugend in einer prominenten Familie augenscheinlich mit schwerwiegenden psychischen Problemen bezahlt hat. Als "Undercover-Ermittlerin" wird Eva als vollkommen ungeeignet dargestellt - sie ist zu selbstgerecht und aufbrausend - kann aber trotz allem unlogischerweise Erfolge verzeichnen. Die Tatsache, dass die Zuschauer eingangs der Serie den Mordversuch an ihr miterleben, ist der einzige Grund, Sympathien für die Protagonistin zu entwickeln.

Ehrgeiziger Geschäftsmann oder Mörder? Hugo van Bergen (Thomas Sarbacher), CEO des Energiekonzerns E.W.O., umgarnt Eva.

In nur sechs Folgen will "Lobbyistin" einen vielschichtigen Thriller erzählen und hat sich dabei ganz klar zu viel vorgenommen. Der Figuren-Kanon ist für die kurze Laufzeit zu groß, so dass komplexe Verbindungen nur angedeutet werden können. Auch die einzelnen Szenen folgen einander zu hektisch, als dass sie beim Zuschauer eine emotionale Wirkung hinterlassen könnten. Wegen der schnellen Schnitte ist auch für feinsinniges Schauspiel kein Platz. Ähnliches gilt für Dialoge und Aussagen, die meist mit der Keule auf den Punkt kommen. Neben der bereits erwähnten plakativen Vorstellung von PPC mit Tabakwerbung wird in einer Szene Blumenthal vorgeschlagen, eine bekanntermaßen lesbische Talkmoderatorin zu umgarnen, um sie zu einer vorteilhaften Moderation zu bringen.

Größter Aktivposten von "Lobbyistin" sind die gelungenen Außenaufnahmen, die Berliner Wahrzeichen aus ungewöhnlichen Perspektiven zeigen. Etwa ein kurzer Spaziergang durch das Regierungsviertel oder ein Blick auf Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor vom Balkon einer Lobbyisten-Veranstaltung aus, dazu immer wieder die Inszenierung von Gebäuden, bei denen Geld keine, aber repräsentative Funktion jede Rolle spielt.

Insgesamt wirkt "Lobbyistin" leider wie eine gute Idee, die an den Sachzwängen zugrunde gegangen ist. Man merkt der Serie eine Vielzahl von Ideen und Zielen an, die aber nicht in 180 Minuten zu fassen sind. Acht bis zehn volle Folgen wären für den Stoff schon knapp bemessen. Wenn man in Mainz schon in Drama investieren will, dann sollte man dem auch genug Ressourcen gönnen. Ober eben weniger ehrgeizigen Projekten das grüne Licht geben.


Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie "Lobbyistin".

Meine Wertung: 1.5/5



Bernd Krannich
© Alle Bilder: Christoph Assmann/ZDF



"Lobbyistin" läuft ab dem 15. November immer mittwochs um 21.45 Uhr bei ZDFneo. Zum Serienstart werden alle sechs Episoden in der Mediathek des ZDF veröffentlicht.

Trailer zu "Lobbyistin"

 

Leserkommentare

  • airballer schrieb am 20.11.2017, 08.42 Uhr:
    airballerich fand die erste Folge gut, und werde die nächsten auch schauen.
    Der Autor der "Kritik" war vielleicht einfach intellektuell überfordert?!?
  • User 681209 schrieb am 17.11.2017, 22.07 Uhr:
    User 681209Ich fand‘s so toll und spannend, dass ich alle 6 Folgen in einem Rutsch in der Mediathek angesehen habe. Kann es nur empfehlen.
  • Sentinel2003 schrieb am 16.11.2017, 11.56 Uhr:
    Sentinel2003Ich versthe es nicht, auch die Kollegen von "Quotenmeter" haben das Ding voellig zerrissen!! Mir hat die 1.Folge gestern sehr gefallen.
 

Über den Autor

  • Bernd Krannich
Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von "The Americans" über "Arrow" bis "The Big Bang Theory". Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von TV Wunschliste.