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TV-Kritik/Review: Getting On
(20.12.2013)

Es ist nicht unbedingt die Regel, dass US-Remakes das Niveau der nicht-amerikanischen Originale halten können.
Skepsis war deshalb angebracht angesichts der Frage, ob sich das, was sich die drei britischen Komikerinnen Jo Brand, Vicki Pepperdine und Joanna Scanlan da für die BBC ausgedacht hatten, auf US-Verhältnisse übertragen lassen würde. Der beißende Humor, die traurigen Abgründe, die nicht unbedingt sympathischen Charaktere: Waren das keine Kandidaten fürs Weichspülen, Downgraden, Glattschleifen? Umso freudiger kann ich hier vermelden, dass "Getting On" den Transfer hervorragend überstanden hat - was einerseits am bislang in Film und Fernsehen wenig beachteten Setting liegt, andererseits daran, dass sich der Bezahlsender HBO darum kümmert und kein um Correctness und Massentauglichkeit besorgtes Mainstream-Network, vor allem aber am respektvollen Umgang der beiden "Übertragungshelfer" Mark V. Olsen und Will Scheffer (deren größte Tat bislang die Polygamisten-Serie
Anders als in den ungezählten Krankenserien, in denen auch Patienten oft nach Attraktivitätsgründen gecastet werden (selbst in

Geradezu großartig herablassend gibt sich Stationsärztin Dr. Jenna James, zum Niederknien pointiert gespielt von Laurie Metcalf, die hier 16 Jahre nach dem Ende von
Beverlys Nachfolge als Supervisor tritt der fettleibige Patsy de la Serda an, ein penibler Möchtegern-Advisor mit Bluetooth-Empfänger im Ohr, der die Station gern ganz modern "evaluieren" und aufmöbeln will, dabei aber an der eigenen Ungeduld und unter einem gestörten Verhältnis zu seiner Homosexualität leidet: Mel Rodriguez spielt Patsy sehr schön als unwirsche Variante von Cam aus
Auch inszenatorisch überzeugt "Getting On". Pilot-Regisseur Miguel Arteta etwa, der neben Comedy-Expertise (
Ansonsten halten sich die ersten Folgen inhaltlich ans britische Original, mit dezenten Abweichungen: Aus der vor sich hin murmelnden, orientierungslos aufgefundenen Bengali-Patientin aus dem Original wird bei HBO eine "irgendwie chinesisch" redende Kambodschanerin. In der zweiten Folge bekommt es die Station auch hier mit einer herrlich unflätigen (und wie Philip Seymour Hoffman aussehenden) Redneck-Patientin zu tun, die mit Flaschen um sich schlägt und Patsy in ihren rassistischen und homophoben Schimpfkanonaden unter anderem fragt, ob er sich das Rektum bleichen lässt, um es frisch zu halten. (June Squibb spielt diese Frau; sie spielt gerade in Alexander Paynes "Nebraska" eine schöne Hauptrolle.) In der dritten, bislang besten Episode bekommt Dauerpatientin Birdy dann Besuch von einem greisenhaften Kurschatten: Der große Harry Dean Stanton ("Wild at Heart", "Big Love") hat dabei nichts weiter zu tun als sympathisch arthritische Sexszenen unter 90-Jährigen. Das muss man sich erst einmal trauen.
Die Protagonisten der US-Variante wirken bei alldem erstaunlicherweise weniger karikaturenhaft als ihre britischen Vorbilder, wie überhaupt der tragische Beigeschmack betont wird: Die Pilotfolge endet mit einer überraschend berührenden Szene, in der Dawn und DiDi eine Todesnachricht überbringen, und auch die zweite Folge geht mit einer alten Dame, die zu Scott McKenzies "San Francisco" leise Karaoke singt und dabei letztmals in ihre Vergangenheit als Sängerin abtaucht, weit mehr an die Nieren, als man das in dieser absurden Umgebung eigentlich vermuten würde.
Aber so ist das hier eben: Eigentlich ist "Getting On", brillant gespielt und vorzüglich geschrieben, keine reinrassige Comedyserie, obwohl sie die Einsamkeit alter Menschen in satirischem Kontext porträtiert und sich mit ätzendem Humor an einem maroden Gesundheitssystem abarbeitet, in dem es das Wichtigste zu sein scheint, wann ein Krankenbett endlich für den nächsten "Kunden" freigeräumt wird. Ein Kloß im Hals ist beim Zuschauen unvermeidbar, denn die ganz große Menschheitstragödie mit all ihren existenzialistischen (letzten) Fragen quillt durch jede Szene und jeden Dialog. Dennoch ist das Ergebnis schreiend komisch. Wenn das mal nichts für die Feiertage ist!
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten drei Folgen von "Getting On".
Gian-Philip Andreas
© Alle Bilder: HBO
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