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TV-Kritik/Review: "Mare of Easttown": Kate Winslet ist spektakulär gut in diesem Kleinstadt-Krimidrama
von Gian-Philip Andreas(21.05.2021)

Kate Winslet als Oma? Kein Scherz: In dieser HBO-Miniserie spielt sie eine. 24 Jahre nach
Der inzwischen 45-jährige Kinostar hat mit HBO gute Erfahrungen gemacht: Vor zehn Jahren gewann sie für den Fünfteiler
Winslet spielt Detective Mare Sheehan, und die erste Folge nimmt sich ausgiebig Zeit, sowohl die berufliche als auch die private Welt dieser Figur vorzustellen - wobei schnell deutlich wird, dass sich diese Welten an vielen Stellen überlappen. Jeder kennt jeden in Easttown, ein Umstand, der Gewalttaten und Tragödien noch schwerer erträglich macht, als sie ohnehin schon sind. Die Pilotepisode folgt Mare einen Tag lang von Polizeiruf zu Polizeiruf, zu alten Leuten, die einen verdächtigen Mann im Garten gesehen haben wollen, zu einem stadtbekannten Junkie, der das Haus der eigenen Schwester ausrauben will. Auf den eigentlichen Fall, um den "Mare of Easttown" kreisen wird, stößt die Polizistin erst am (bitteren) Ende dieser Folge.

Wie nebenher wird zuvor das Porträt dieser zähen, aber müde gewordenen Frau gezeichnet. Mare Sheehan, erfahren wir, war vor einem Vierteljahrhundert Star einer Basketballmannschaft, die Easttown mit einem spektakulären Sieg viel Ruhm eingebracht hatte - einen Ruhm allerdings, den Mare derzeit zu verspielen droht: Im Fall des seit einem Jahr vermissten Teenagers Katie Bailey, Tochter ihrer Basketball-Teamkollegin Dawn, hat sie bislang keine Erfolge verbuchen können. In der schwer verunsicherten Gemeinschaft des Ortes wächst das Misstrauen, Polizeichef Carter (John Douglas Thompson) macht Druck.
Schließlich begleiten wir Mare auch noch nach Hause: Dort fügt sich skizzenhaft das Bild ihrer aus den Fugen geratenen Lebenssituation zusammen. Von ihrem Mann Frank (David Denman aus
Was sich seifenopernhaft konstruiert lesen mag, fügt sich in der Serie mühelos zum intensiven Charakterdrama zusammen, dessen einzelne Schichten sich erst nach und nach entblättern - bis hinab auf den tragischen Grund der Figuren. Das gilt auch für die Hauptfigur: Was im Leben von Mare Sheehan geschehen ist, wird zunächst nur angedeutet, erst später dann konkreter. In Kate Winslets Spiel allerdings ist alles von Anfang an eingeschrieben: Auf den ersten Blick wirkt sie mit ihrer wundervoll konsequenten Genervtheit nur grimmig, mürrisch und abweisend, auf den zweiten Blick aber ist ihre Beladenheit erkennbar, die Verletzungen, die ihr zugefügt wurden und die sie sich nun selbst zufügt. Winslet hat die Serie mitproduziert, entsprechend viele Großaufnahmen gibt es von ihr. Glücklicherweise aber wirken sie nie eitel: Die ungeschönte, buchstäblich ungeschminkte Ehrlichkeit, die Winslet in die Rolle legt, ist vielmehr zentral für diese fundamental verletzte Figur; die Lebensenttäuschung der ständig E-Zigaretten rauchenden, ungesundes Zeug mampfenden und viel und häufig trinkenden Polizistin zeigt sich in ihrer verspannten Haltung, in ihrem schleppenden Gang, der zum Humpeln wird, als sie sich bei einer Verfolgungsjagd den Fuß verknackst.

Diese vielfach versehrte Mittvierzigerin passt in ein Umfeld, das reich an geplatzten Träumen ist, voller Lebensentscheidungen, die im Nirgendwo verlaufen sind, in dieser Kleinstadt der umarrangierten Daseinspläne und brutal beschädigten Biografien: Neben den Genannten ist da noch Lori Ross (Julianne Nicholson,
Der Kriminalfall schließlich, in dem Mare ermitteln wird, könnte mit dem Fall der vermissten Katie Bailey zusammenhängen. Oder doch nicht? Die junge Erin McMenamin (Cailee Spaeny aus
Man kann mit Recht bemängeln, dass das tragische Leben von Erin McMenamin eine Spur zu nah am Elendsporno gebaut ist und dass der Krimiplot rund um Teenagerschwangerschaften, Prostitution und Suchtkrankheiten aller Art auf Dauer ein paar falsche Fährten zu viel legt, zumal auch auf Genre-Stereotypen wie die vorübergehende Suspendierung vom Dienst, aufgebrummte Therapiestunden und geheime Tagebücher nicht verzichtet wird, doch trüben diese Abstriche den Gesamteindruck kaum - letztlich ordnet sich alles den rundum stimmigen Charakterporträts unter, die vom insgesamt starken Cast stets glaubhaft gehalten werden. Cailee Spaeny wäre hier besonders hervorzuheben: In wenigen Szenen bringt sie Erin, diese konstant gedemütigte junge Frau aus unterprivilegierten Verhältnissen, herzzerreißend auf den Bildschirm.

Regisseur Craig Zobel, der alle sieben Episoden inszenierte und zuvor u. a. mit drei der besten Folgen von
Letztlich ist "Mare of Easttown" aber auch ein Whodunit-Krimi, der zum Miträtseln einlädt, fast alle Figuren geschickt verdächtig erscheinen lässt und die Thriller-Schraube stetig anzieht. Am Ende der meisterlichen fünften Episode steht ein (vorläufiger) Showdown, der
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten fünf Episoden von "Mare of Easttown".
Sky Atlantic nimmt die siebenteilige Miniserie "Mare of Easttown" ab dem 21. Mai ins Programm und zeigt sie immer freitags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen. Zusätzlich steht sie wahlweise auf Deutsch oder im englischen Originalton auf Sky Ticket sowie über Sky Q auf Abruf bereit.
Über den Autor
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Leserkommentare
zynicus schrieb am 08.06.2021, 17.10 Uhr:
Bitte was ist ein Whodunit-Krimi?"und die erste Folge nimmt sich ausgiebig Zeit, sowohl die berufliche als auch die private Welt dieser Figur vorzustellen"gibt es eigentlich noch Krimis, wo es um einen spannenden Fal geht?
Wo der Herr Kommissar und/oder seine Leute, mit Nachdenken, Überlegen, Recherchieren auf den Täter kommt?Ohne das dabei die kaputte Lebensgeschichte des Protagonisten 9 Folgen lang beleuchtet und eine Charakerstudie daraus wird. Und dann in der letzten Folge sich herausstellt, der Mörder war der Ehepartner (vgl Broadchurch) oder der Partner bzw Vorgesetzte des Kommissars.Schön wäre, wieder mal so ein richtig inteligenter Krimi, wo der oder die Täter, mit der Polizei, dem Chefermittler, dem Kommissar, dem DC, dem Inspektor Katz und Maus spielt.Philipp koch schrieb am 21.07.2021, 23.46 Uhr:
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