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Die Kessler-Zwillinge sind tot: Berühmte Sängerinnen und Tänzerinnen wurden 89 Jahre alt

Sie feierten große Erfolge als berühmtes deutsches Showbusiness-Duo: Die Zwillingsschwestern Alice und Ellen Kessler waren gemeinsam als Sängerinnen, Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Entertainerinnen aktiv. Wie die BILD als Erstes berichtete, sind die Kessler-Zwillinge beide im Alter von 89 Jahren in Grünwald bei München gemeinsam verstorben. Wie die Nachrichtenagenturen dpa und AFP übereinstimmend berichten, habe es zuvor einen Polizeieinsatz gegeben. Einem unbestätigten BILD-Bericht zufolge sollen sich die Kessler-Zwillinge dafür entschieden haben, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Die Kriminalpolizei sei am Montagmittag darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass sie "begleitete Sterbehilfe" in Anspruch genommen hätten.
Alice und Ellen Kessler, geboren am 20. August 1936 im sächsischen Nerchau, gehörten zu den bekanntesten deutschen Entertainerinnen des 20. Jahrhunderts. Als eineiige Zwillinge entwickelten sie früh eine gemeinsame künstlerische Identität, die sie zu internationalen Stars der Tanz- und Unterhaltungsszene machte. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte die Familie aus der DDR in den Westen über. Bereits im Kindesalter zeigten Alice und Ellen eine außergewöhnliche Begabung für Musik und Bewegung. Als kleine Mädchen lernten sie das Tanzen und wurden von ihrem Vater gedrillt. Im Alter von elf Jahren wurden sie an der Oper in Düsseldorf als Ballett-Eleven aufgenommen und erhielten so früh eine professionelle Tanzausbildung.
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Als ihr Vertrag in Paris 1960 endete, ging das "doppelte deutsche Fräuleinwunder" auf Welttournee. Die Zwillinge tanzten in New York, Caracas, Monte Carlo, Barcelona, Buenos Aires und Sydney und standen mit Stars wie Fred Astaire, Frank Sinatra, Harry Belafonte oder Sammy Davis Jr. auf der Bühne. Auch in Las Vegas sorgten sie mit aufwendig choreografierten Nummern für Furore. In Deutschland waren sie unter anderem in der großen Abendshow
Mit professionellem Tanz, Gesang und einem glamourösen Bühnenimage prägten sie maßgeblich die europäische Revue-Tradition. Vor allem in den 1960er-Jahren wurden die Kessler-Zwillinge mit ihren langen Beinen im Strumpfhosen-Look zu Mode- und Stilikonen. In den prüden Nachkriegsjahren gehörten sie zu den ersten, die in seriösen Shows viel Bein zeigten. Sie standen für einen modernen, kosmopolitischen Glamour. Eine Zeit lang galten sie als die "schönsten Frauen der Welt".
Im Zuge des Erfolgs wurden sie auch von der Plattenfirma Polydor unter Vertrag genommen und nahmen Schallplatten in deutscher, französischer und italienischer Sprache auf - davon sechs Platten als Trio Alice, Ellen & Peter zusammen mit Peter Kraus. 1959 nahmen die Kessler-Zwillinge für Deutschland am
Auch nach dem Ende der großen Revue-Ära blieben Alice und Ellen präsent, nahmen Auftritte wahr und wirkten immer wieder in Fernsehproduktionen mit. 2009 traten sie zusammen mit Bill Ramsey, Max Greger und Hugo Strasser auf, die zusammen mit der SWR Big Band die Swing-Legenden bildeten. Noch mit 80 Jahren standen sie abwechselnd im Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York" in Wien auf der Bühne. 2008 waren sie bei
In ihren späteren Jahren engagierten sie sich verstärkt für kulturelle und soziale Projekte. Für ihre Verdienste erhielten die Zwillinge unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande und die
Im April 2024 gaben Alice und Ellen Kessler gegenüber der Presse ihren besonderen Wunsch für die Zeit nach dem Tod bekannt. Im Tode vereint. So hätten wir es gern
, teilten sie damals der BILD mit. Sie wollten eines Tages in derselben Urne
gemeinsam mit der Asche ihrer Mutter und ihres Hundes bestattet werden. So haben wir es auch testamentarisch verfügt.
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Leserkommentare
User 1444810 schrieb am 23.11.2025, 19.26 Uhr:
"Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte die Familie aus der DDR in den Westen über"
1947 waren sie bereits in Düsseldorf. Da gab es die DDR noch nichtFEGEFEUER schrieb am 18.11.2025, 09.18 Uhr:
Grüß Gott aus München
Ich bin genauso eingestellt...und das obwohl ich Single bin.
Mögen sie in Ruhe und Frieden in der Ewigkeit sein!BeklopptesTV schrieb am 18.11.2025, 06.17 Uhr:
Die Zwillinge haben sich so entschieden, da muss wegen möglicher Sterbehilfe nicht ermittelt werden. Punkt.Wäre es nach diesem fragwürdigem Gesetz gegangen...wäre die verbleibende Schwester in ihrer Trauer an gebrochenem Herzen kurz danach verstorben...User 1561229 schrieb am 28.12.2025, 18.45 Uhr:
Ja, genauso sehe ich das auch !! Wenn man weiter denkt dann sind wohl Menschen im Sterbeschmerz wohl weniger wert als Tiere - so etwas ist grausam !addicted4series schrieb am 19.11.2025, 16.05 Uhr:
Dem ist wirklich NICHTS hinzuzufügen... (wäre schön, wenn ALLE einen solchen erweiterten Horizont bzw. reife Sicht auf das Leben wie Ableben hätten).
Sterben gehört zwar zum Leben dazu - aber die Würde bleibt dabei sehr oft außen vor. Und von wegen wir sind ALLE gleich vor dem GESETZ. Derzeit ist ein schmerzloses Dahinscheiden nur Denjenigen vorbehalten, die sich das auch LEISTEN können. (Der Rest muss entweder auf einen tödl. Herzinfarkt od. Gehirnschlag etc. hoffen) - weil das sanfte Entschlummern ist nur ganz ganz WENIGEN vergönnt...Phantomias schrieb am 19.11.2025, 06.19 Uhr:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar"... Zumindest solange, bis der christlich vernebelte Politiker daherkommt, und den moralischen Zeigefinger erhebt.
Das Gesetz gehört an dieser (und vielen anderen) Stellen dringendst überarbeitet.
Ein leidendes Tier darf (muss! Wildunfall) erlöst werden, aber der Mensch wird solange künstlich am Leben gehalten, wie es die moderne Medizin hergibt. Unmenschlich ist das!
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