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Die Unverbesserlichen

1173

Die Unverbesserlichen

D, 1965–1971
Die Unverbesserlichen
  • 1173 Fans   61% 39%ø Alter: 50-60 Jahre
  • Serienwertung4 07424.48Stimmen: 29eigene Wertung: -

Serieninfos & News

Deutsche Erstausstrahlung: 09.05.1965 (ARD)
Familienalltag in einer Arbeiterfamilie: Kurt und Käthe Scholz sind seit Jahrzehnten verheiratet und haben drei Kinder: Doris, Lore und Rudi. Fußballer Rudi ist ein Meister im Umgang mit dem runden Leder, was der Familie aber nicht immer nur Glück bringt: Zuerst gewinnt Vater Kurt viel Geld bei einem Toto-Einsatz auf das Team seines Sohnes, doch ebenso schnell ist es nach einem Unfall mit dem neu gekauften Auto wieder weg. Als Rudi sein Erfolg auf dem Rasen zu Kopf steigt, kündigt er sogar seinen Job. Auch das Liebesleben der Töchter Doris und Lore sorgt immer wieder für Turbulenzen: Anfangs ist Doris mit Helmut Wichmann zusammen, doch als der zu einer Tagung seine Sekretärin mitnimmt und erst mit einem Tag Verspätung wieder auftaucht, läßt Doris sich scheiden. Später heiratet Doris erneut und landet mit dem reichen Architekten Jürgen Hechler einen Glückstreffer, aber der scheint seine neuen und vergleichsweise armen Verwandten nicht so ganz ins Herz zu schließen. Auch Lores Liebesglück braucht eine gewisse Anlaufzeit: Der Rennfahrer Jürgen Lenz sucht im Gegensatz zu ihr nicht nach der großen Liebe.
Die junge Frau zieht nach Paris und verlobt sich dort mit Pierre.Mit dieser und ähnlichen Serien (Gertrud Stranitzki”, Eine geschiedene Frau”) avancierte Inge Meysel zur Mutter der Nation”.
aus: Der neue Serienguide
Cast & Crew
Fernsehlexikon
7 tlg. dt. Familienserie von Robert Stromberger, Regie: Claus Peter Witt.
Familie Scholz hat weder Geld noch Manieren. Ständig hängt der Haussegen in der Berliner Mietwohnung schief, weil die Bewältigung der Alltagsprobleme nicht so einfach ist, die Interessen der einzelnen Familienmitglieder auseinander gehen, es hinten und vorne nicht reicht und im Zweifelsfall jeder sich selbst der Nächste ist. Baukostenzuschüsse, Ratenzahlung, Taschengeld, Schulgebühr, Krankenversicherungsbeiträge, Sparmaßnahmen, Gehaltserhöhungen und Autofinanzierung - alles wird debattiert oder schlimmer: nicht debattiert.
Vater Kurt (Joseph Offenbach) ist Buchhalter, Mutter Käthe (Inge Meysel) verdient mit Näharbeiten etwas dazu. Sohn Rudi (Gernot Endemann) arbeitet anfangs bei der Post, liebäugelt aber mit einer Fußballerkarriere. Aus Geldmangel wohnt zunächst auch Tochter Doris (Monika Peitsch) noch zu Hause, obwohl sie bereits verheiratet ist und mit ihrem Mann Helmut Wichmann (Ralph Persson) ab der zweiten Folge einen Sohn namens Michael (Michael Hornauf) hat. Die jüngere Scholz-Tochter Lore (Helga Anders) geht aufs Gymnasium und verlässt die elterliche Wohnung nach drei Folgen, um als Austauschstudentin nach Paris zu gehen, wo sie sich verlobt. Weitere Lieblingsthemen nach Geld, Geld und Geld sind Fußball und kaputte Radios und Fernseher. Kurt macht es Spaß, Elektrogeräte zu reparieren, was natürlich noch längst nicht heißt, dass sie danach auch funktionieren.
Im zweiten Teil wird Kurt unverhofft in den Ruhestand versetzt, und Käthe muss nun sehen, wie sie ihren gelangweilten Mann den ganzen Tag zu Hause bei Laune hält. Darüber berichtet sie dann ihrer Tochter Doris, die inzwischen ausgezogen ist: "Heute war bei uns ein ganz großer Glückstag. Lores Taschenradio ist runtergefallen!" - Doris: "Schade, dass unseres nicht kaputt ist." In der ersten Folge wohnt noch Tante Herta (Gerda Gmelin) mit in der Wohnung, danach nervt Oma Köpcke (Agnes Windeck), die Kurt und Käthe am liebsten ins Heim abschieben würden. Rudi heiratet Dagmar (Reinhilt Schneider), bekommt eine Tochter und findet einen Job als Gebrauchtwagenhändler. Doris' unglückliche Ehe wird geschieden, und sie heiratet 1971 in der letzten Folge den wohlhabenden Architekten Jürgen Hechler (Günter Pfitzmann). Jetzt sind endgültig alle Kinder aus dem Haus.
Die Unverbesserlichen waren der Gegenpol zu den damaligen Heile-Welt-Serien. Erstmals war eine Familienserie im Milieu der "kleinen Leute" angesiedelt und beschönigte nichts. Keines der Familienmitglieder war im Grunde böse, aber sie stritten und brüllten (Kurt war im ersten Teil noch fast ununterbrochen übellaunig und schlug sogar seine Tochter, ab dem zweiten Teil wurde er etwas freundlicher) und hatten Geheimnisse voreinander. Als Kurt einen Autounfall hatte und sich auf der viel zu teuren Couch ausruhen muss, aber niemand wissen soll, dass er überhaupt ein Auto besitzt, spielte Käthe auf die besorgte Nachfrage der Kinder, was mit Papa sei, die Situation herunter: "Nichts. Ein Herzanfall."
Die Serie basierte auf einem Theaterstück, das Stromberger 1956 geschrieben hatte. Sie war brillant durch ihre lebensnahen Dialoge und die Genauigkeit, mit der sie fern aller Klischees zeigte, wie viel Anstrengungen es kostet, miteinander auszukommen, selbst wenn alle es irgendwie gut meinen. Und oft genug meinten sie es nicht gut, sondern weigerten sich, aus Fehlern zu lernen. Die Unverbesserlichen waren damit ein früher Vorläufer von Strombergers Erfolgsserie Diese Drombuschs.
Obwohl jedes Jahr nur eine einzige Folge lief - meistens am Muttertag und jeweils in Spielfilmlänge - wurde die Serie eine der bekanntesten im deutschen Fernsehen. Als realistische, ungeschönte Darstellung des Alltags einer kleinbürgerlichen Familie traf die Serie den Nerv der Westdeutschen. Inge Meysel erlangte bundesweite Popularität und bekam mit der gluckenhaften, resoluten, aber immer leicht schmollenden Käthe für immer den Stempel "Mutter der Nation". Während der Dreharbeiten zerstritt sich Stromberger mit ihr, weil sie sich bei ihren Texten nicht genau an seine Vorgaben hielt.
Fünf Monate nach der Ausstrahlung der letzten Folge starb Hauptdarsteller Offenbach im Oktober 1971.
Das Fernsehlexikon, Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum

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  • Persephone (geb. 1960) schrieb am 28.02.2016, 16.45 Uhr:
    PersephoneViele, die zur selben Zeit jung waren, wie ich, durften damals noch nicht Férnsehen oder erinnern sich nicht mehr so genau. Wir würden aber gerade die alten Serien/Filme gerne wieder sehen. Leider drängt sich nicht nur mir, der Eindruck auf, dass seitens der Sender gar kein Interesse daran besteht, die mit den Gebühren der Zusachauer finanzierten Sendungen zu wiederholen. Alles soll nur noch als DVD Sammlungen an den mann, bzw. die Frau gebracht werden.
    Und es gibt so viele schöne alte Sendungen. Auch für die jüngeren sind solche Zeitzeugnisse interessant und lehrreich, wie wir bei unserem Nachwuchs feststellen können.
    Zu schade, dass man nur noch darauf aus ist, die Menschen um möglischst viel von deren schwerverdientem Geld zu erleichtern.
    Und wenn die "Anstalten" Angst um ihre Quoten haben, es gibt doch Neo usw.. Dort zu senden ist eine gute Idee, allerdings müssen da auch nicht ständig nur dieselben Sendungen wiederholt werden. Leider werden meine Worte von den Sendern ungehört verhallen, wie die so vieler Gebührenzahler.Antworten
  • opernfreundin schrieb am 08.10.2016, 18.04 Uhr:
    opernfreundinHallo Persephone, leider bin ich erst heute auf diesen Beitrag gestossen! Ich muß Dir Recht geben! Ich bin ungefähr Dein Jahrgang und kann mich noch dunkel an die Unverbessserlichen erinnern. Ein Highlight war für mich aber nicht in erster LInie Inge Meysel, sondern vielmehr die unvergessene Agnes Windeck. Ich habe diese alte Dame immer sehr gerne gesehen. Diese Story hatte jedenfalls noch was mit dem richtigen Leben zu tun, etwas, das ich bei den heutigen Sitcoms vermisse. Ja, es gibt noch viele, schöne alte Serien, die man gerne wiedrholgen dürfte. Z. B. Stahlnetz habe ich auch gerne gesehen, war aber zu klein, um mich richtig zu erinnern. Also, laßt uns hoffen, das die öffentlich rechtlichen doch noch Mitleid mit uns haben und ein paar alte Schinken von früher wieder herausholen. Kaufen werde ich mir davon nichts, davon bin ich kein Freund, auch wenn das heutzutage so üblich ist. Bis bald und wenn Du das zufällig liest, würde ich mich übe reine Antwort freuen, LG SantianoAntworten
  • Persephone (geb. 1960) schrieb am 26.05.2017, 11.25 Uhr:
    PersephoneGrüß Dich, Santiano, das mit dem Kaufen sehe ich genauso.
    Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass das "Fernsehen" die Filme verhunzt, indem ständig irgendwelche uninteressanten Informationen eingebelendet werden. Damit wollen sie erreichen, daass wir uns ärgern und die Filme dann kaufen, anstatt sie aufzunehmen. Ich kann das einigermaßen übersehen, mein Sohn jedoch ist ein solcher Filmfan, er will immer alles akkurat haben, mit passender Hülle etc.
    Glücklicherweise hatten wir diese Serie mal auf DVD aufgenommen. Keine gute Qualität, aber immerhin. Gerade dieser Tage habe ich alle 7 Folgen (von verschiedenen Sendern) auf BlueRay überspielt und bei der Gelegenheit haben wir sie uns wieder angesehen. Absolut ergreifend. Agnes Windeck finde ich auch super. Aber auch der Vater, immer diese überhebliche, belehrende Art und die Mimik. Aber auch die Lebensweise die dort dargestellt wird, finde ich authentisch. Geradezu ein Zeitzeugnis.
    Die Kinder von heute interessieren sich überhaupt nicht mehr für solche alten Filme. Leider.
    Enstinnst Du Dich noch an "Willi Schwabes Rumpelkammer" im DDR TV? Montags am Abend glaube ich. War doch schön.
    Gerade die 3. Programme senden immer wieder nur Mist, dabei sollten doch gerade sie die Erinnerung an damals aufrecht erhalten, eben für Leute wir wir es sind, die damals noch kaum fernsehen durften.
    Es war wirklich reiner Zufall, daass ich Deinen Post, wie man ja heute wohl sagt, las. Fand ich aber nett.
    A Propos "Post". ist Dir schon aufgefallen, dass die Nachrichtensprecher oft nicht wissen, was sie da reden? Englisch und Deutsch durcheinander, wobei sie oft nicht mehr die Sprachen unterscheiden und erstmal überlegen müssen, wie dieses "Denglisch" auszusprechen ist?
    Wenn Du mal zufällig hierhergerätst, fände ich es auch nett, mal von Dir zu lesen.
    Liebe Grüße. PersephoneAntworten
  • opernfreundin schrieb am 29.07.2017, 14.43 Uhr:
    opernfreundinHallo Persephone, heute bin ich mal wieder zufällig hier bei den "Unverbesserlichen" gelandet und habe gesehen, daß Du mir geantwortet hattest! Ich hoffe, daß Du auch noch ab und zu hier liest. Die von Dir erwähnte Sendung aus dem DDR-TV sagt mir absolut nichts! Wenn ich jetzt den MDR ansehe, fühle ich mich aber absolut ins DDR-TV zurückversetzt, soweit ich das beurteilen kann. Ich habe den Eindruck, dort ist die Zeit irgendwie teilweise noch stehengeblieben! Das unsere Sprache von den sog. "Anglizismen" unterwandert wird, ist heutzutage doch völlig normal. Es haben sich auch viele Ausdrücke aus dem französischen und anderen Sprachen in unsere Sprache gemischt, was ich aber nicht so schlimm finde, solange man sich darüber bewußt ist, oder sagst Du z. B. Geldbörse? Ich jedenfalls nicht. Ich habe kürzlich mit Freude festgestellt, daß die Serie "Salto Mortale" auf "ONE" gerade wiederholt wird, die habe ich früher auch gerne gesehen. Es ist aber so lange her, daß ich mich nicht mehr so richtig erinnern kann, und manches hat man früher doch auch mit anderen Augen gesehen, oder? So, das wars für heute, ich hoffe, daß ich nochmal eine ANtwort von Dir bekommen, falls Du das hier liest. Also, schöne Grüße von KunigundeAntworten

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  •  
  • Marinella (geb. 1951) schrieb am 13.02.2014:
    MarinellaEin Tipp:
    Die digitalisierte Neuauflage gibt es derzeit reduziert im ARD Video-Shop für günstige € 39,95. Wenn man bei der Anmeldung den Newsletter abonniert, bekommt man einen Gutschein über € 10,--, den man bei der Bestellung gleich einlösen kann. Günstiger kann man die Neuauflage der Serie nirgends kaufen.Antworten

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  •  
  • Andreas (geb. 1969) schrieb am 23.10.2013:
    AndreasImmer noch die Serie, die allen heutigen Drehbuchautoren als Pflichtlektüre befohlen werden müssten. Mir fällt bei dieser Serie nämlich eines immer wieder auf: Sie wirkt auf den Zuschauer absolut authentisch. Alle Schauspieler können ihr Handwerk. Nicht so künstlich wie die heutigen Seriendarsteller. Und - achtet mal drauf: das Fernsehspiel achtet auf Pausen. Nichts wird mit Hintergrundmusik verhunzt. Heutige Serien und Spielfilme sind oft zu Musiksendungen verkommen und wirken im Vergleich zu damaligen Produktionen künstlich, unauthentisch und damit unprofessionell. Für diese Serie volle Punktzahl :-)Antworten

Popularität

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