Ein Kriminalfilm mit Anthony Oliver, Patricia Heneghan, Mirriam Karlin und anderen
Der junge Polizeibeamte Don Ross spürt auf eigene Faust einer Gangsterbande nach, die sich auf das Ausrauben von Lastwagen spezialisiert hat.
Die Straßenräuber haben Verdacht geschöpt. Am Schreibtisch sitzend erteilt der Boß den Bandenmitgliedern Johnny und Diamond seine Befehle. In der Mitte Connie Williams, die das den Gangstern als Operationszentrum dienende Café leitet.
(Hörzu 30/1964, S. 68)
Hier ist eine britische Filmreihe gemeint, die unter verschiedenen Titeln bekannt ist. Die IMDb führt sie einmal als "The Edgar Wallace Mystery Theatre", aber auch jeden Film einzeln. Im Vorspann der mir bekannten Filme wird dagegen "Edgar Wallace Mysteries" als Titel eingeblendet. Als Produktionsfirma wird u.a. Merton Park Ltd. genannt. Der erste Film wurde 1960 gedreht, weshalb sich die Vermutung aufdrängt, dass man auf den gleichen Erfolg der Filme wie in Deutschland hoffte.
Die Gesamtzahl der Filme scheint kaum noch feststellbar zu sein. Die IMDb führt heute 44 dieser Filme in Edgar Wallaces Filmografie, Joachim Kramp spricht in seinem "Edgar Wallace Lexikon" von "nicht weniger als 48" Filmen, ich zähle sogar 50. Der letzte entstand 1965 und nicht, wie hier angegeben, 1962.
An dieser Stelle sollen uns jedoch nur die Produktionen interessieren, die nach Deutschland gelangten:
Anfang der 60er Jahre kamen die Filme "Brillanten des Todes" (09.08.1963), "Die Rache des Mörders" (24.09.1963), "Der Dolch im Rücken" (10.01.1964) und "Küsse für den Mörder" (14.08.1964) in die Kinos. Gezeigt wurden dann jeweils zwei Filme hintereinander:
"Brillanten des Todes": "Time to remember" (1962) als "Auch tote Zeugen reden" und "Solo for Sparrow" (1962) als "Solo für Inspektor Sparrow".
"Die Rache des Mörders": "Playback" (1962/63) als "Dein Freund, der Mörder" und "The Share out" (1962) als "Sterben müssen sie alle".
"Der Dolch im Rücken": "Death Trap" (1961/62) als "Der Tod kam schneller als das Geld" und "Flat Two" (1961) als "Küsse für den Mörder": "Ricochet" (1963) als "Bumerang des Todes" und "Incident at Midnight" (1963) als "Zwischenfall um Mitternacht".
1969 versuchte das ZDF, die im Kino pausierende Rialto-Wallace-Reihe mit zehn britischen Produktionen fortzusetzen:
01.07.1969: "The Main Chance" (1964) als Der Diamantenjob
15.07.1969: "The Double" (1963) als "Die Rechnung geht nicht auf"
29.07.1969: "Who was Maddox"" (1964) als "Ein gewisser Mr. Maddox"
12.08.1969: "The Partner" (1963) als "Der Partner"
26.08.1969: "The 20,000 Pound Kiss" (1962/63) als "Ein teurer Kuss"
09.09.1969: "The Set-up" (1962/63) als "Wer einmal hinter Gittern saß"
23.09.1969: "The Verdict" (1964) als "Denn erstens kommt es anders""
07.10.1969: "To have and to hold" (1963) als "Sergeant Fraser"
21.10.1969: "On the Run" (1962/63) als "Einer kann gewinnen"
04.11.1969: "Five to one" (1963/64) als "Der große Coup"
Am 10.10.1969 wurde vom 2. Fernsehen der DDR "Die Rache" gesendet; vermutlich die synchronisierte Fassung eines Merton Park-Films. Auf der Internetseite "TV-Programme von gestern und vorgestern" ist zu lesen: "Edgar Wallace. Heute: "Die Rache"". Im DDR-Fernsehen scheinen also noch mehr britische Wallace-Filme gelaufen zu sein.
Am 29.06.1972 wurde "Locker Sixty Nine" (1962) von der ARD in NDR, SFB, Rimberg und Meißner (HR) sowie Kreuzberg/Rhön und Ochsenkopf/Fichtelgebirge (BR) gesendet " unter dem Titel "Schließfach 69".
Am 17.03.2004 wurde "The Man in the back Seat" (1960) überraschend von Tele 5 ausgestrahlt " unter dem Titel "Der Mann im Rücksitz". Im Vorspann wurde allerdings "Der Tod fährt mit" eingeblendet und Edgar Wallaces Name findet keine Erwähnung.
Es sind also über 20 britische Wallace-Filme synchronisiert und in Kino oder Fernsehen gesendet worden.
(Daniel Teuteberg)