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TV-Kritik: "Riviera": Edel-Soap im Luxus-Look mit Schwächen

TV-Kritik: "Riviera": Edel-Soap im Luxus-Look mit Schwächen

von Gian-Philip Andreas (16.06.2017)
Neil Jordans Intrigenstadl unter Superreichen mangelt es an lebendigen Charakteren
Julia Stiles als Georgina in "Riviera"
Bild: Sky/John Wright Photography
TV-Kritik: "Riviera": Edel-Soap im Luxus-Look mit Schwächen/Bild: Sky/John Wright Photography

Eben noch hatte er seiner deutlich jüngeren zweiten Ehefrau ein leckeres Frühstück ans Bett gebracht, dann macht es schon Rrrummms: Constantine Clios, ein milliardenschwerer Bankbesitzer, fliegt mitsamt der geräumigen Yacht eines russischen Waffenhändlers in die Luft. Damit scheint auch die Mitwirkung von "Without A Trace"-Star Anthony LaPaglia, inzwischen Ende fünfzig und graubärtig, in dieser neuen, prominent besetzten Sky-Atlantic-Serie bereits beendet zu sein. Oder doch nicht? Denn das große Thema der zehn Episoden sind Lug und Trug, die Abgründe hinter dem schönen Schein, im Kunsthandel, in der Liebe und eigentlich auch in allen anderen Bereichen des Lebens - und zumindest die junge Gattin meint Anzeichen dafür zu finden, dass Clios, diese irgendwo zwischen Oligarch und Onassis angesiedelte Gestalt, möglicherweise doch noch am Leben ist.

"Riviera" heißt diese prominent besetzte Serie, ihr Schauplatz ist die südfranzösische Côte d'Azur: In und bei Cannes, Nizza, Saint Tropez und natürlich Monaco wurde gedreht, dabei ein Budget im (so wird kolportiert) hohen zweistelligen Millionenbereich verbraten. Die gefühlte Hälfte der Zeit füllen Urlaubssehnsüchte weckende Helikopteraufnahmen den Bildschirm, mit Blick aufs Meer, auf pittoresk in der Sonne glitzernde Küstenstädte, luxuriöse Anwesen, bukolische Olivenhaine. Die andere Hälfte der Spielzeit sieht man schöne Menschen in häufig wechselnder Haute Couture auf Designermöbeln lümmelnd, Porsche fahrend, Privatjet fliegend, sich am Pool räkelnd und teure Sonnenbrillen zwirbelnd. Dazu gibt es natürlich den gängigen Krimiplot.

Denn Georgina Clios (Julia Stiles, 18 Jahre nach ihrem Durchbruch in "Zehn Dinge, die ich an dir hasse"), die erwähnte zweite Ehefrau des Milliardärs, kommt nach Constantines Tod dahinter, dass der Patriarch keineswegs jener freundlich-kunstsinnige Geschäftsmann war, als der er sich ausgab, sondern diverse Leichen im Keller hatte - und Geliebte in seinem monegassischen Ausweichloft unterhielt. Georgina hatte einst als Kunst-Kuratorin bei Clios angeheuert und sich später seine amouröse Gunst erworben. Seither durfte sie für ihn durch die Welt jetten, um auf Auktionen die nächstverfügbaren Malewitschs oder Picassos für seine Sammlung zu erstehen. Als sie gerade mal wieder in New York um ein 30-Millionen-Bild mitbietet, geht die Yacht hoch - ohne dass Georgina gewusst hätte, dass sich ihr Mann dort auf einer Party verlustierte.

Constantine und Irinas zweiter Sohn Christos Clios (Dimitri Leonidas)
Constantine und Irinas zweiter Sohn Christos Clios (Dimitri Leonidas) versucht die Bank seines Vaters zu retten.
Der Clios-Clan residiert in einem pompösen Renaissance-Anwesen in den Weinhängen hoch über Cannes - verkörpert von der erst in den Nullerjahren als Fake hochgezogenen Event-Location Château Diter, wo im echten Leben die Scheichs und Oligarchen gottlose Feste feiern. Neben Constantine und Georgina irrlichtern dort auch die drei erwachsenen Clios-Kinder durch römische Kolonnadengänge: Der jüngere Sohn Christos (Dimitri Leonidas aus dem Sky-"Sindbad") verkörpert das Klischee des Milliardärsprösslings, gleich zu Beginn sieht man ihn koksen, kopulieren und Motivationsreden halten, die den Kunstmarkt als "Wilden Westen" der Finanzwelt annoncieren und das Bankhaus Clios als Kooperationspartner anpreisen. Der ältere Sohn Adam (Iwan Rheon, Ramsay Bolton aus "Game of Thrones", verdächtig sanft) tut so, als habe er mit der Jetset-Welt nicht viel zu tun, lässt es sich unter der Sonne der Provence aber trotzdem gutgehen. Und Adriana, die Tochter mit dem Renaissance-Gesicht (Roxane Duran aus "Paula"), ritzt sich aus manisch-depressivem Lebensekel die Unterarme auf und bezirzt die Winzerburschen hinterm Haus. Kaum ist Constantine tot, wittert zudem Ex-Frau Irina, die Mutter der drei Kinder, ihre Chance, sich wieder an die Spitze des Clans zu manövrieren. Lena Olin, zuletzt in "Welcome to Sweden" und "Vinyl" zu sehen, hat sichtlich Vergnügen daran, den stereotypen Part der intriganten Matriarchin gegen Georgina in Stellung zu bringen.

Wer sich jetzt an "Der Denver-Clan" und "Dallas" erinnert fühlt, liegt durchaus richtig. Mit einer solchen Seifenoper unter Schönen, Reichen und entsprechend moralisch Verkommenen hat "Riviera" eindeutig mehr zu tun als mit auf Intrigen spezialisierten Qualitätsserien à la "House of Cards". Das muss, je nach Erwartungshaltung und Betrachtungsvorlieben, nicht unbedingt etwas Schlechtes sein - man kann ja auch Spaß am Abhaken von Superreichenklischees haben. Dezidiert langweilig jedenfalls ist "Riviera" nicht - doch verglichen etwa mit der ähnlich mondänen John-le-Carré-Verfilmung "The Night Manager" aus dem letzten Jahr fällt auf, wie reißbrettartig die Figuren gezeichnet sind. War die mallorquinische Waffenhändlerwelt um Hugh Laurie dort auch in ihrer ganzen Übertriebenheit sofort präsent, wirkt die Typenwelt von "Riviera" von Anfang an unoriginell ausgedacht: der Patriarch mit Geheimnis, die süffisante Exfrau, die missratenen Kinder. Das ist einigermaßen erstaunlich, weil als Creator der Serie und Autor der ersten beiden Episoden niemand Geringeres als der irische Kultregisseur Neil Jordan ("The Crying Game") verantwortlich zeichnet, gemeinsam mit dem Booker-Preis-gekrönten Romanschriftsteller John Banville. Von deren gewohnter Klasse sind die bisweilen arg gestelzten Dialoge hier allerdings deutlich entfernt. Jordan, der sich mit den "Borgias" bereits im Familienintrigenwesen etablierte, sollte ursprünglich auch Regie führen, schmiss aber das Handtuch, weshalb an seiner Statt der neuerdings international gefragte Deutsche Philipp Kadelbach ("Unsere Mütter, unsere Väter", "SS-GB") die glamourösen Sets ins mediterrane Licht rücken durfte.

Constantines frühere Frau Irina (Lena Olin)
Constantines frühere Frau Irina (Lena Olin) versucht unterdessen ihren Status als Schlüsselfigur der Reichen und Schönen der Côte d'Azur zu verteidigen.
Dabei hat er auch ein Leading-Lady-Problem: Julia Stiles hat ihre taffe, hölzerne Undurchdringlichkeit, die ihre optische Püppchenhaftigkeit konterkariert, zwar längst als Markenzeichen etabliert, doch was etwa in "Dexter" (fünfte Staffel) noch bestens funktionierte, stößt in "Riviera" spätestens an Grenzen, wenn Georgina in einer Luxuslimousine ganz unvorbereitet vom Tod ihres Mannes erfährt oder später dessen verkohlte Reste identifizieren soll. Als Protagonistin gelingt es ihr zumindest in den ersten Folgen nicht recht, für emotionale Bindung zu sorgen.

Immerhin steht jenseits der Clios-Familie noch genug weiteres Personal bereit, um der Soap im weiteren Verlauf die nötigen Wendungen zu bescheren: Adrian Lester ("Hustle - Unehrlich währt am längsten") spielt den charmanten Kunsthändler Robert Carver, der sich als Georginas Vertrauensperson anbietet, aber selbst zwielichtige Geschäfte treibt. Nora Arnezeder (aus "Zoo") darf gleich zu Beginn die Hüllen fallen lassen und als einzige die Yacht-Explosion überleben - was den lokalen Kommissar Delormes (Amr Waked, "Lachsfischen im Jemen") auf den Plan ruft, der es vor allem auf den rumänischen Drogenboss und Mädchenhändler Negrescu (Igal Naor aus "The Honourable Woman") abgesehen hat, der einst auch für die Clios arbeitete. In der zweiten Episode kommt noch Interpol-Ermittler Richard Jukes (Phil Davis, "Whitechapel") hinzu, der den Kunstfälscherspuren im Umfeld des Explodierten nachspürt, die gesamte Clios-Familie auf ihrem Landsitz festsetzt, deren Erbe einfriert und so die Grundlage für (bei aller Sonne) eisige Kammerspielmomente legt. Ex-Frau Irina operiert derweil strategisch in alle Richtungen, antichambriert bei Negrescu und poussiert zugleich mit dem Polizeichef herum (Vincent Perez, "Law & Order Paris").

Wie gesagt: Das ist Seifenoper. Mögen werden das alle, die gerne dabei zuschauen, wie sich attraktive Menschen an Instagram-tauglichen Reisekatalog-Schauplätzen Gemeinheiten an den Kopf werfen, und völlig zufrieden damit sind, wenn sich irgendwo zwischen Klischee-Cocktails und Klischee-Seidenroben, Klischee-Swimmingpools und Klischee-Karossen ab und an ein paar entlarvende Abgründe auftun. Wobei natürlich auch die Tatsache, dass hinter den Fassaden der Oberen Zehntausend eben diese Abgründe klaffen, längst selbst zum Klischee geworden ist. Müde abwinken werden hingegen all jene, die von einer derart aufwendig produzierten Qualitätsserie ein wenig mehr erwarten als das dekorative Neu-Arrangement hinlänglich bekannter Intrigen.

Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden von "Riviera".

Meine Wertung: 2.5/5
Gian-Philip Andreas
© Alle Bilder: Sky

 

Leserkommentare

  • User_929455 schrieb am 27.08.2017, 17.28 Uhr:
    User_929455Wird es eine weitere Staffel geben?
  • Sentinel2003 schrieb am 17.06.2017, 14.48 Uhr:
    Sentinel2003Also, mir gefaellts!
 

Über den Autor

  • Gian-Philip Andreas
Gian-Philip Andreas hat Kommunikationswissenschaft studiert und viel Zeit auf diversen Theaterbühnen verbracht. Seit 1997 schreibt er für Print und online vor allem über Film, Theater und Musik. Daneben arbeitet er als Sprecher (fürs Fernsehen) und freier Lektor (für Verlage). Für TV Wunschliste rezensiert er seit 2012 Serien. Die seiner Meinung nach beste jemals gedrehte Episode ist Twin Peaks S02E07 ("Lonely Souls") ­- gefolgt von The Sopranos S03E11 ("Pine Barrens"), The Simpsons S08E23 ("Homer's Enemy"), Mad Men S04E07 ("The Suitcase"), My So-Called Life S01E11 ("Life of Brian") und selbstredend Lindenstraße 507 ("Laufpass").