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Er schrieb auch die Titelmelodien von "WWF Club" und "Der große Preis"
Peter Thomas
arte/Screenshot
"Raum­patrouille"- und "Edgar Wallace"-Komponist Peter Thomas ist gestorben/arte/Screenshot

Peter Thomas ist tot. Der Filmkomponist, Dirigent und Arrangeur starb am 17. Mai im Alter von 94 Jahren in Lugano. Auch wenn sein Name vielleicht nicht jedem ein Begriff ist - seine Kompositionen haben viele Film- und Serienfans noch sehr gut im Ohr. Er schrieb unter anderem die Melodien für die Edgar Wallace- und  "Jerry Cotton"-Kinofilme, aber auch für die Kult-Sci-Fi-Serie  "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion".

Peter Thomas wurde am 1. Dezember 1925 in Breslau geboren, wuchs allerdings in Berlin auf. Bereits im Vorschulalter nahm er Klavierunterricht und wurde später Organist in der Erlöserkirche in Berlin-Moabit. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er 1945 nach Jahren als Soldat und Kriegsgefangener nach Berlin zurück und trat fortan in Clubs als Pianist auf - in allen vier Sektoren. Diese Zeit erwies sich für Peter Thomas als äußerst lehrreich, da er den unterschiedlichen Musikgeschmack von Amerikanern, Briten, Russen und Franzosen kennenlernte.

1949 setzte Peter Thomas sein Musikstudium fort und machte 1953 seinen Abschluss in den Fächern Dirigieren, Tonsatz, Kontrapunkt und Blasmusik. Das Studium sowie die Songs der amerikanischen Orchester, die Thomas beim Soldatensender AFN hörte, sollen ihn schon früh zu seinem eigenen Stil inspiriert haben.

Im Anschluss an sein Studium ging Peter Thomas zum RIAS, wo er als Arrangeur vor allem Bearbeitungen für Hans Carste schrieb. Beim NDR wurde er musikalischer Betreuer der wöchentlichen Rundfunksendung "Berliner Feuilleton". Seine Arrangements für Werner Eisbrenner waren Thomas' erste Film-Arbeiten, bevor er dank einer Vermittlung durch den Reporter Jürgen Neven-du Mont 1958 zum Fernsehen kam. Zu Thomas' bekanntesten frühen Arbeiten zählen die Soundtracks zur Serie  "Am grünen Strand der Spree" (1960) und zum Francis-Durbridge-Mehrteiler  "Es ist soweit" (1960). Seine ersten Auszeichnungen erhielt Thomas als Komponist für "Flucht nach Berlin" (1961) und  "Die endlose Nacht" (1963).

Einen große Karriereschub erhielt Peter Thomas schließlich für seinen Soundtrack zum Edgar Wallace-Film  "Die seltsame Gräfin" aus dem Jahr 1961. Daraufhin wurde er zum Stammkomponist der Filmreihe und schrieb bis 1971 für insgesamt 18 Filme die Musik.

Zwischen 1965 und 1969 komponierte er parallel die Musik zur achtteiligen "Jerry Cotton"-Filmreihe. Auch für die Western  "Der letzte Mohikaner" (1965) und  "Winnetou und sein Freund Old Firehand" (1966) sowie die Großproduktion "Onkel Toms Hütte" (1965), die Komödien  "Die Lümmel von der ersten Bank II - Zum Teufel mit der Penne" (1968) und  "Die Herren mit der weißen Weste" (1970) sowie den Horrorfilm  "Die Schlangengrube und das Pendel" (1967) zeichnete er verantwortlich. Und nicht zuletzt komponierte er während dieser Zeit auch die bekannte Erkennungsfanfare von Constantin Film.

Für das Fernsehen schrieb er die Soundtracks der Durbridge-Mehrteiler  "Die Schlüssel" (1965) und  "Melissa" (1966). Mit dem gleichnamigen Musiktitel "Melissa", der mit der Harald Banter Media Band aufgenommen wurde, landete Peter Thomas sogar auf Platz 4 der deutschen Single-Charts. Den größten Erfolg landete er allerdings mit der Titelmelodie zur bis heute kultigen Sci-Fi-Serie "Raumpatrouille" aus dem Jahr 1966 - eine einzigartige Mixtur aus Jazz, Klassischer Musik, Beatmusik und Zwölftonmusik. Er setzte elektronische Sounds ein, um bestimmte Klangeffekte zu erzielen, unter anderem einen Vocoder aus dem Zweiten Weltkrieg. Er verwendete ihn, um seine eigene Stimme zu verfremden: Den Roboter-artig gesprochenen Countdown, bevor die "Raumpatrouille"-Melodie beginnt, sprach Peter Thomas selbst.

Für die Straßenfeger  "Babeck" (1968) und  "11 Uhr 20" (1970) schrieb Thomas ebenfalls die Musik und war in den Folgejahren vermehrt für Fernsehserien tätig. Regelmäßig komponierte er die Musik für Episoden von Krimiserien wie  "Der Kommissar" (ab 1969),  "Derrick" (ab 1974) und  "Der Alte" (ab 1977). Der von Thomas komponierte und von Daisy Door gesungene Titel "Du lebst in deiner Welt (Highlights of my Dreams)" aus der "Kommissar"-Folge "Als die Blumen Trauer trugen" (1971) schaffte es Anfang 1972 vier Wochen lang auf Platz 1 der Charts und wurde insgesamt mehr als 500.000 Mal verkauft. Weitere bekannte Soundtracks schrieb Thomas zu den Serien  "Der Kurier der Kaiserin" (1970),  "Café Wernicke" und  "Mein Freund Winnetou" (beide 1980). Darüber hinaus komponierte er die Intros der Shows  "Der große Preis" und  "WWF Club".

Markenzeichen von Peter Thomas war seine experimentelle Spielfreude: So ließ er Noten rückwärts spielen und mixte Beatmusik mit Märschen. Im "WWF Club" war Peter Thomas Stammgast und komponierte aus den Geburtsdaten bestimmter Zuschauer einzigartige kurze Melodien, die er am Klavier zum Besten gab.

Für das Kino schrieb Peter Thomas ab den 1970er Jahren immer seltener, erwähnenswert sind  "Der Stoff, aus dem die Träume sind",  "Bruce Lee - Die Todesfaust des Chen Li" und der Kriegsfilm  "Steiner - Das Eiserne Kreuz II". Zum letzten Mal komponierte Peter Thomas eine Kino-Filmmusik für  "Tach, Herr Dokter! - Der Heinz Becker Film" aus dem Jahr 1999. Insgesamt besteht das Kompositions-Portfolio von Peter Thomas aus über 80 Spielfilmen und über 600 Fernsehfilmen und -episoden. Seine experimentellen Arrangements kamen immer wieder auch in der Werbung, in Musicals und in Hörspielen zum Einsatz. 2009 erhielt er den Deutschen Musikautorenpreis für sein Lebenswerk.

Parallel zu seinen Arbeiten für Film und Fernsehen war Peter Thomas auch verantwortlich für Aufnahmen diverser Gesangsinterpreten wie Senta Berger, Heinz Erhardt, Marie-France, Harald Juhnke, Zarah Leander, Esther & Abi Ofarim, Sandie Shaw, Donna Summer, Vico Torriani und Nina Westen.

Seit 1959 war Peter mit der Journalistin Cordula Thomas, geb. Ritter, verheiratet. Sie verstarb 2017 im Alter von 90 Jahren. Ihr gemeinsamer Sohn Philip arbeitet als Jurist in Zürich.


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Leserkommentare

  • Schreiberling schrieb am 21.05.2020, 12.26 Uhr:
    Einer der besten Deutschen in diesem Gewerbe, ist von uns gegangen! Schade aber nicht zu ändern. Jeder von uns muss einmal gehen. Und 94 Jahre ist ein schönes Altern. Wo immer Sie jetzt auch sind Herr Thomas; grüßen Sie mir Commander McLean und Leutnant DeMonti wenn, Sie sie dort treffen sollten.

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