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"Promi Big Brother"-Start 2017: Ein Format auf der Suche nach sich selbst
von Glenn Riedmeier(11.08.2017)

Heute Abend ist es mal wieder soweit: Bei Sat.1 startet die mittlerweile fünfte Staffel des Reality-Events
Jochen Schropp führt künftig zusammen mit Jochen Bendel durch die tägliche Hauptsendung um 22.15 Uhr in Sat.1. Allerdings melden sie sich nicht mehr aus einem Studio. Stattdessen moderieren sie an unterschiedlichen Plätzen in unmittelbarer Nähe zum Big-Brother-Haus. Jochen Bendel wird zudem als Duell-Master fungieren für die deutlich aufwendigeren Spiele, die in diesem Jahr in einer großen Arena stattfinden. Den Wunsch nach anspruchsvollen Matches wie in den glorreichen
Und dennoch täuschen die Änderungen nicht über den Eindruck hinweg, dass Sat.1 und Endemol an vielen Ecken auf Sparflamme kochen. Dies wird auch beim Blick auf diesjährige Kandidatenauswahl deutlich. Abgesehen von wenigen Ausnahmen muss man schon viel guten Willen beweisen, um die Bewohner als prominent zu bezeichnen. Denn neben

Neben den Kandidaten spielt allerdings auch eine wichtige Rolle, wie der Ablauf und das grundlegende Konzept des Formats umgesetzt werden. Sat.1 verließ sich zuletzt zu sehr auf die Zutaten der zurückliegenden Staffeln. Das althergebrachte Prinzip "Arm gegen Reich" mit Luxusbereich und Keller wurde zu oft wiedergekäut und führte zu Ermüdungserscheinungen. Sogar einige Bewohner wünschten sich nichts sehnlicher, als endlich aus dem Haus gewählt zu werden, weil sie sich dermaßen langweilten. Bezüglich der Bereiche im Haus hat Sat.1 im Vorfeld der neuen Staffel keine Äußerungen getätigt, allerdings wäre der Sender gut beraten, auch diesbezüglich an den Stellschrauben zu drehen.
Weshalb "Big Brother" international immer noch hervorragend funktioniert, sich in Deutschland aber so schwer tut, ist leicht erklärt. Identisch ist nämlich nur der Name und das grundlegende Beobachten von Menschen in einem Haus. Davon abgesehen unterscheiden sich die Umsetzung und die Produktion drastisch. Das sogenannte "Promi Big Brother" ist letztendlich ein halbgarer Abklatsch von
Das britische Vorbild
In Großbritannien und den Vereinigten Staaten haben die Macher längst erkannt, dass man die Bewohner nicht einfach sich selbst überlassen darf, sondern gekonnt Impulse gesetzt werden müssen - sei es in Form von psychologischen Spielchen, sportlichen Wettkämpfen oder auch geheimen Challenges. Dinge, die es teilweise in der Vergangenheit auch in Deutschland gegeben hat. Erst durch ausgeklügelten Input öffnen sich die Bewohner und geben bislang verborgene Charaktereigenschaften von sich preis. Parallel ergeben sich interessantere Gespräche und neue Gruppenkonstellationen. In Deutschland wurde dagegen der Fokus in den letzten Jahren leider auf das gelenkt, worauf vor allem die BILD-Zeitung abzielt: Liebeleien und nackte Tatsachen unter der Dusche. So lange diese Szenen hierzulande im Vordergrund stehen, wird "Big Brother" sein Schmuddelimage wohl nie los.
Einen ausführlichen Vergleich zwischen "Promi Big Brother" und "Celebrity Big Brother" hat TV Wunschliste bereits vor einiger Zeit gezogen.
Über den Autor
Schon seit frühester Kindheit war der 1985 geborene Münchner vom Fernsehen fasziniert. Am Wochenende stand er freiwillig früh auf, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Seine Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben. Darüber hinaus begeistert er sich für Gameshows wie "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!" und ist mit hoher Expertise gleichzeitig Fan und kritischer Beobachter der deutschen Schlagerwelt. Auch für Realityformate wie "Big Brother" und "Die Verräter" hat er eine Ader - auf rein krawalliges Trash-TV kann er dagegen verzichten. Im Comedy-Bereich begeistert er sich vor allem für Sitcoms, Stand-up-Comedy und Late-Night und hält diesbezüglich auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den USA offen.
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Leserkommentare
chris40 schrieb am 19.08.2017, 02.53 Uhr:
der Urgedanke von BB ist Promi???BB bestimmt nicht mehr. Auch die letzte Normalo Staffel war doch tatsächlich keine, nur noch aufgeblasene tätovierte Typen, aufgespritzte Weiber und sogar bekannt aus etlichen anderen Formaten, echte Normalos waren diese Selbstdarsteller nicht. Aber jetzt reicht es ja schon bei Promi BB wenn man dem Bachelor mal hallo gesagt hat und in der ersten Folge rausgeflogen ist?????????????????????????????????4ever schrieb via tvforen.de am 13.08.2017, 22.07 Uhr:
Das Produkt ist komplett schlecht: Schlechte, langweilige Moderation,
langweilige "C"-Promis (Ausnahme: Willi, Zachi und unsägliche von der Beeck),
ganz miese Inszenierung. Sofort absetzen, diese K.....e. Traurig, dass es noch
Menschen gibt, die sich diesen Quatsch antun.Der_Alex schrieb am 13.08.2017, 00.42 Uhr:
Das mit dem IBES-Abklatsch stimmt natürlich und in diesem Jahr ist es leider besonders schlimm. Glenn Riedmeier schrieb am 12.08.2017, 13.27 Uhr:
Es ist richtig, dass die zurückliegende Normalo-Staffel die bislang schwächste war und vor allem mit dem Konkurrenten "Love Island" zu kämpfen hatte. Mit durchschnittlich 1,2 Millionen Zuschauern war sie aber kein Flop. Die Quoten variieren bei BBUK stark, 2016 waren es durchschnittlich 1,6 Mio., 2015 etwas schwächer 1,4 Mio. Die letzte Celebrity-Staffel holte durchschnittlich 2,4 Mio. Zuschauer. Für den Sender Channel 5 ist das alles über Senderschnitt. Mir ging es aber ohnehin hauptsächlich um den inhaltlichen Vergleich. CBB hat ein eigenes Konzept, während unser PBB ein IBES-Abklatsch ist.Der_Alex schrieb am 11.08.2017, 23.16 Uhr:
Der Autor hat wohl nicht mitbekommen, dass "Big Brother" besonders in dem von ihm hervorgehobenen Großbritannien eben nicht "hervorragend funktioniert". Die Quoten sind dort total gesunken und beim Sender herrschte so sehr Panik, dass die Sendungen zum Teil wild hin- und hergeschoben worden sind.
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