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TV-Kritik/Review: "Best Medicine": Doc Martin praktiziert jetzt in Neuengland
von Gian-Philip Andreas(26.01.2026)

Ein missmutiger Arzt, der kein Blut sehen kann. Eine Kleinstadt voller schrulliger Bewohner. Medizinische Mysterien zum gemütlichen Miträtseln. Das waren die Zutaten der britischen Dauerbrennerserie
Der Titel ist ein Wortspiel. Die "beste Medizin" nämlich, auf die er anspielt, bezieht sich ganz konkret auf den Namen der Hauptfigur: Dr. Martin Best. Der veränderte Nachname zum beibehaltenen Vornamen (Martin) zeigt ungefähr schon das Verhältnis an, das diese neue US-Serie zu seiner britischen Mutterserie pflegt: Es gibt ein paar oberflächliche Änderungen, ein paar neue Storylines (die denen der britischen teilweise ähneln), doch am Kern selbst wird kaum gerüttelt. Sogar Martin Clunes, der in "Doc Martin" den Protagonisten Dr. Martin Ellingham spielte, ist in "Best Medicine" als Gaststar angekündigt: Der inzwischen 64-Jährige soll später in der ersten Staffel als Vater von Dr. Martin Best auftreten. Was lustig ist, denn Josh Charles, der neue Hauptdarsteller, ist selbst schon 54. Sei's drum, in den ersten drei Episoden taucht Clunes noch nicht auf.
Die britische Serie, die in Deutschland erst mit einiger Verspätung zu sehen war, erst im Pay-TV, später bei Sat.1 Gold, hat in den über zwei Jahrzehnten seit ihrer Erstveröffentlichung schon diverse Ableger produziert, nicht zuletzt in Deutschland, wo im ZDF zwischen 2007 und 2009 mit mittelgroßem Erfolg zwei Staffeln vonIn "Best Medicine" nun verschlägt es den renommierten Herzchirurgen Martin Best von Boston an die Ostküste von Maine. Das winzige Nest, in dem er die Stelle des neuen Allgemeinmediziners (sprich: einzigen Dorfarztes) antritt, heißt Port Wenn - auch das ist eine nur minimale Abänderung des Spielortes der britischen Serie, in der das Dörfchen Portwenn hieß. Passenderweise wurde das Gros der neuen Serie in Cornwall gedreht, freilich nicht am Südwestzipfel Großbritanniens, sondern in einem gleichnamigen Örtchen am Hudson im Staat New York - das also die Küste von Maine doubeln muss.

Josh Charles, der einst im
Die ersten drei Episoden von "Best Medicine" haben nun drei Aufgaben zugleich zu bewältigen: den Culture Clash des Arztes im von Traditionen und unergründlichen Gepflogenheiten strukturierten Kleinstadtalltag vorzuführen; das Panoptikum der Kleinstadtbevölkerung auszubreiten; die Figur des Arztes allmählich mit Hintergrundwissen auszustaffieren und sie zugleich in Beziehung zu setzen mit den anderen Figuren vor Ort, etwa im Rahmen einer potenziellen Liebesgeschichte. Zugleich wird eine Fall-der-Woche-Struktur etabliert: Jede Episode gilt es für Dr. Best ein medizinisches Rätsel zu lösen und dabei meist gegen den Widerstand der Kranken bzw. ihrer Angehörigen anzuagitieren. Allzu viel Mystery-Hoffnung sollte man sich in dieser Hinsicht nicht machen: Die seltsamen Hautausschläge und unerklärlichen Sportler-Malaisen werden weniger nach
Als potenzieller Love Interest für den zugereisten Doktor (der als Kind schon die Sommer in Port Wenn verbrachte, also minimales Wissen über die Gegend mitbringt) wird gleich zu Beginn die alleinstehende Dorflehrerin Louisa (Abigail Spencer aus

Problematischer wird es jenseits dieser beiden Hauptfiguren - denn das Figurentableau der Port-Wenn-Bewohner erweist sich größtenteils als karikaturesk. Das fängt schon an mit Elaine (gespielt von Cree aus
Ähnlich eindimensional gruppiert sich das weitere Kleinstadtpersonal um diese zentralen Gestalten herum: Greg Garrison etwa (Stephen Spinella aus
Das alles rangiert humortechnisch im Bereich von Kicher-kicher bis Höhö, vorangetrieben durch mehr oder minder inspirierten Einsatz albernen Slapsticks. Natürlich darf auch ein kleiner Hund nicht fehlen, der so herren- wie namenlos immer wieder ungebeten im Ärztedomizil Unterschlupf sucht. Noch in der dritten Folge wird das Regieteam um die Cozy-Crime-erfahrene Jamie Babbit (

An den Stellen, an denen Tuccillo die US-Version zaghaft vom britischen Original abheben möchte, gerät die Sache zudem ein wenig verklemmt. So sorgt der Einsatz einer Hormoncreme durch eine sexuell aktive Hausfrau (Wendy Makkena,
Bleibt Dr. Bests Tante Sarah zu erwähnen, die örtliche Hummerfischerin. Angeblich nämlich ist Martin vor allem deshalb in das Dorf seiner Kindheit zurückgekehrt, um sich dort um die Tante kümmern zu können - was sich rasch als vorgeschobener Grund herausstellt. Gespielt wird Aunt Sarah von Sitcom-Legende Annie Potts (
Was man nach Ansicht der ersten drei Episoden sagen kann: Das "Doc Martin"-Rezept als solches ist, egal in welcher Variante, zunächst einmal unverwüstlich. Auch an "Best Medicine" kann und wird definitiv Freude haben, wer simples Cozy-Entertainment mit Arztserien-Zuschlag sehen möchte und nicht viel mehr. Spannung gibt es kaum, RomCom-Elemente dafür umso mehr. Was in dieser Hinsicht und vor diesem Erwartungshorizont also funktionieren soll, funktioniert auch. Speziell Josh Charles in der Hauptrolle ist ein großes Plus dieser US-Variante. Doch schon im Vergleich mit dem britischen Original zeigen sich die Probleme: Der Tonfall insgesamt ist glatter, bunter, weniger herb als "Doc Martin", was auch auf die Beziehungen der (allesamt mehr oder weniger direkt aus dem Original adaptierten) Figuren untereinander abfärbt.
Dazu gehört auch, dass sich "Best Medicine" in einer Art Märchenversion US-amerikanischer Kleinstadtwelten abspielt. Politik gibt es nicht, nicht einmal einen Bürgermeister. Armut, Rassismus, Homophobie wurden aus dieser Umwelt ebenso getilgt wie tatsächlich ernsthafte medizinische Probleme: Ein bisschen wirkt dieses Port Wenn, als würde es von dem dauerglücklichen Hive Mind aus
"Best Medicine" wird in den USA seit dem 4. Januar wöchentlich auf dem Networksender FOX ausgestrahlt. Eine deutsche Heimat für die Serie ist noch nicht bekannt.
Über den Autor
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Leserkommentare
technoir schrieb am 03.02.2026, 17.52 Uhr:
Tja, die Verantwortlichen sind, glaub ich, zwischen 13 und 18 Jahre alt, senken überall Ihren Kopf zu Boden um auf Ihre 13x9 cm zu schauen.DIJKKI_10 schrieb am 28.01.2026, 12.57 Uhr:
Ich werde nie verstehen, das "Doc Martin" mit Martin Clunes bei ARD (ONE) oder ZDF (ZDF NEO) keine Heimat gefunden hat.Boris Karloff schrieb am 28.01.2026, 16.43 Uhr:
Die mögen keine Englischen Serien, father brown wurde nie beendet, deswegen zahle ich auch keine GEZ
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