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Mario Adorf ist tot: Schauspiellegende wurde 95 Jahre alt

von Vera Tidona in News national
(09.04.2026, 10.59 Uhr)
Vom Westernheld zum Bösewicht und TV-Star
Mario Adorf (1930 - 2026)
ARD
Mario Adorf ist tot: Schauspiellegende wurde 95 Jahre alt/ARD

Mit Mario Adorf verabschiedet sich einer der größten und erfolgreichsten Schauspielerlegenden Deutschlands für immer von der Bühne. Geprägt durch seine Darstellungen als Serienmörder, Ganove bis hin zum Mörder der geliebten Schwester von  "Winnetou" wurde er gerne für die Rolle des Bösewichts in Filmen und Serien besetzt. Am 8. April 2026 verstarb Mario Adorf nach kurzer Krankheit im Alter von 95 Jahren in seiner Pariser Wohnung.

Der am 8. September 1930 in Zürich geborene Mario Adorf, als Sohn der Deutschen Alice Adorf und des italienischen Arztes Matteo Menniti, spielte zeit seines Lebens in über 200 Filmen und Serien mit und gehörte zu den großen deutschen Film- und Fernsehstars der Nachkriegsgeschichte. Aufgewachsen in Mayen in der Eifel, nahm er nach seinem Abitur in den frühen 50er Jahren zunächst in Mainz und später in Zürich das Studium der Geisteswissenschaften auf. Bereits als Student entdeckte er seine Leidenschaft für die Schauspielerei und spielte auf Studentenbühnen mit. In Zürich betätigte er sich neben seinem Studium als Statist und Regieassistent am Schauspielhaus, bis er schließlich sein Studium abbrach und eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München begann.

Zunächst trat Adorf Mitte der 50er Jahre an den Münchner Kammerspielen auf und hatte dort bis Anfang der 60er Jahre ein festes Engagement. Etwa zeitgleich übernahm er erste kleinere Filmrollen, wie in der Film-Trilogie  "08/15" (1954-1956) mit Joachim Fuchsberger und Wilfried Seyferth in den Hauptrollen, wo er in einer Nebenrolle als Gefreiter Wagner sein Schauspieldebüt gab. Es folgten zunächst weitere Nebenrollen, bis er in dem Film  "Nachts, wenn der Teufel kam" aus dem Jahr 1957 für seine Darstellung als Serienmörder Bruno Lüdke einem größeren Publikum bekannt wurde. In den 50er Jahren spielte er außerdem in  "Das Mädchen Rosemarie" (1958),  "Das Totenschiff" (1959) und  "Schachnovelle" (1960) an der Seite von Gert Fröbe und Hardy Krüger mit.

In den 60er Jahren spielte er in diversen Westernfilmen mit, angefangen mit der  "Winnetou I"-Filmreihe, wo er als Gegenspieler Santer Winnetous Schwester Nscho-tschi (Marie Versini) erschoss. Seitdem wurde er gerne und häufig in der Rolle als Schurke, Ganove bis hin zum eleganten Mafiosi besetzt. In der Neuauflage  "Winnetou" (2016) der Kultfilmreihe nach Karl May durfte er über 50 Jahre später noch einmal in seine legendäre Schurkenrolle als Santer schlüpfen.

Es folgten weitere Haupt- und Nebenrollen auch in zahlreichen internationalen Produktionen, wie  "Unser Mann aus Istanbul" mit Horst Buchholz,  "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" mit Marianne Koch und Thomas Fritsch bis hin zur Hollywood-Produktion  "Sierra Charriba" von Regisseur Sam Peckinpah an der Seite von Charlton Heston.

Zu seinen bekanntesten Hauptrollen in Filmen zählen außerdem  "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975),  "Die Blechtrommel" (1979),  "Momo" (1986) und  "Rossini oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief" (1997) bis hin zur  "Der kleine Lord"-Neuverfilmung.

Hinzu kamen erste Hauptrollen in Serien und Mehrteilern, wie seine Darstellung als Don Camillo in dem britischen Mehrteiler  "Die kleine Welt des Don Camillo" der BBC aus dem Jahr 1981, dem BBC-Vierteiler  "Smileys Leute" nach John le Carrés Buchvorlage an der Seite von Alec Guinness und Curd Jürgens bis hin zur US-Produktion  "Marco Polo" (1982) mit Ken Marshall, Anne Bancroft und Burt Lancaster.

Bekannt sind auch seine Hauptrollen in weiteren TV-Mehrteilern wie in  "Kir Royal" (1986) von Helmut Dietl mit Franz Xaver Kroetz, Dieter Hildebrandt und Ruth Maria Kubitschek sowie  "Der große Bellheim" (1992),  "Der Schattenmann" (1995) und  "Die Affäre Semmeling" (2002) von Dieter Wedel. Für die Sat.1-Krimireihe  "Tresko" übernahm er die Titelrolle als Kunstsachverständiger Joachim "Jo" Tresko.

Zuletzt war er etwa als  "Der letzte Patriarch" (2010) im ARD-Zweitteiler, als Geppetto in der Miniserie "Pinocchio" (2013), als Holocaust-Überlebender in dem Drama "Der letzte Mentsch" (2013) und in der Gaunerkomödie  "Alte Bande" (2019) an der Seite des inzwischen verstorbenen Tilo Prückner zu sehen.

Im Verlauf seiner Schauspielkarriere wurde Adorf mit zahlreichen Preisen wie den Bundesfilmpreis, Deutschen Darstellerpreis, Adolf-Grimme-Preis, Bayerischen Fernsehpreis bis hin zur Goldene Kamera und den Bambi ausgezeichnet. Zudem wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt und erhielt zuletzt den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreis 2024 für sein Lebenswerk überreicht.

Mario Adorf hinterlässt seine französische Ehefrau Monique Faye und seine Tochter Stella Adorf aus erster Ehe mit der Schauspielerin Lis Verhoeven (1931-2019).



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Leserkommentare

  • Ziebigker schrieb am 09.04.2026, 11.35 Uhr:
    Einer der ganz Großen ist gegangen. Ruhe er in Frieden.
  • Bauer222 schrieb am 09.04.2026, 11.13 Uhr:
    Leider wieder einer der ganz großen Schauspieler verstorben.
    Ich werde ihn in sehr guter Erinnerung behalten.
    R.I.P. 🪦