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TV-Kritik/Review: Falling Skies
(22.06.2011)

Das Fernsehen braucht eine Invasionsserie, die funktioniert! Doch wann immer in den letzten 30 Jahren Außerirdische über den Planeten herfielen, ging irgendetwas schief. Die Serienversion von
Derart offensichtliche Mängel lassen sich auch bei den Hauptfiguren und ihren Darstellern finden. Zwar funktionieren Tom, Hal und Matt in sich geschlossen als Familie. Als eigenständige Persönlichkeiten werden sie von Autor Robert Rodat allerdings komplett an die Wand gefahren. Ex-Professor Tom fühlt sich berufen, bei jeder noch so kleinen Gelegenheit sein historisches Wissen weiterzugeben, allerdings ohne jeden Anflug von echter Geek-Begeisterung oder Selbstironie. So verkommt er zur platten, vorhersehbaren Schablone. Hal ist der junge, aggressive Rebell, für den mit Margaret (Sarah Sanguin Carter), wie könnte es auch anders sein, die einzige weibliche Nebenfigur (abgesehen von Moon Bloodgoods Ärztin Anne) bereits romantisch reserviert ist. Und Matt gerät einfach nur zur postapokalyptischen Version eines nervigen Kindes, das den Zuschauer mit piepsiger Stimme darüber informiert, was bisher geschah. Dass die spannende Episode, die die eigentliche Invasion dargestellt hätte, ausgespart wird, liegt natürlich im schmalen Budget begründet. Was bleibt also? Matt schafft es immerhin quengelig auf eine Feier anlässlich seines Geburtstags zu bestehen, was Tom und Co. gleich zum Anlass nehmen, in minutenlangen und mit Tränendrüsenmusik unterlegten Sequenzen ausgiebig zu zeigen, wie einfach es doch ist, die Menschlichkeit in all dem zerstörerischen Chaos zu bewahren.
Aber ist es wirklich so einfach, wie im triefend sentimentalen Steven Spielberg-Universum suggeriert? Gegenüber dem apokalyptischen Zombie-Drama
Wie gesagt, zwischen Noah Wyle und seinen Serien-Söhnen stimmt durchaus die Chemie, doch eben auf vollkommen oberflächlicher Ebene. Der Rest der Guerilla-Truppe, sowie deren Beziehungen zu Tom und den Seinen sind leider auch recht uninteressant geraten. Anne wirkt wie das Klischee einer treusorgenden, mütterlichen Ärztin. Ironischerweise war ihre Darstellerin Moon Bloodgood zuletzt mit einer besseren Rolle in einer weitaus überzeugenderen Apokalypse bei "Terminator: Die Erlösung" tätig. Und auch Captain Weaver sollte noch eine Hintergrundgeschichte zurechtgelegt werden, um aus dem zähneknirschenden Karrieresoldaten mit der größten Herausforderung seines Lebens eine dreidimensionale Figur zu machen.
"Falling Skies" ist einfach nicht am Puls der Zeit. Verärgert dürfen Sci-Fi-Liebhaber außerdem darüber sein, dass sie wieder einmal von den Verantwortlichen nicht ernst genommen werden. Nein, offensichtlich wollen Science-Fiction-Fans gar keine anspruchsvolle Serienkost, keine anstrengenden, übergreifenden Storylines, die schwierige Fragen stellen, die Charaktere herausfordern oder nicht immer auch familienfreundlich sind! Die sind doch auch schon mit einer Serie zufrieden, die aus lieblos zusammengezimmerten Versatzstücken besteht! Hauptsache die Laser knallen und die Kids können das Ganze später im Garten nachspielen. So bleiben Serien wie
Währenddessen scheint bei Steven Spielberg eine Entwicklung zum Schlechteren als Produzent und Filmemacher, der Genre-Freunden bereits das Ende von "A.I. - Künstliche Intelligenz" und "Minority Report" vermieste, nicht mehr umkehrbar. Ein bis zur Lächerlichkeit zelebrierter Glaube an das Gute im Menschen und an Happy Ends hat sämtliche Grauzonen ausradiert. Doch genau von denen lebt ein herausragendes Drama. Mit "Falling Skies" dürfte Spielberg aber immerhin Eines erreicht haben - seinen kreativen Tiefpunkt.
Autor: Ralf Döbele
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