Das Film- und Fernsehserien-Infoportal

Log-In für "Meine Wunschliste"

Passwort vergessen

  • Bitte trage Deine E-Mail-Adresse ein, damit wir Dir ein neues Passwort zuschicken können:
  • Log-In | Neu registrieren

Registrierung zur E-Mail-Benachrichtigung

  • Anmeldung zur kostenlosen TV-Termin-Benachrichtigung für

  • E-Mail-Adresse
  • Für eine vollständige und rechtzeitige Benachrichtigung übernehmen wir keine Garantie.
  • Fragen & Antworten

Patricia Aulitzky ("Blind ermittelt", "Lena Lorenz"): "Ich bin nicht Schauspielerin geworden, um nur eine Rolle zu verkörpern"

Patricia Aulitzky (l.) mit Claudia Gaebel (r.) in "Block B - Unter Arrest"
Patricia Aulitzky (l.) mit Claudia Gaebel (r.) in "Block B - Unter Arrest" RTL/Claudius Pflug

TV Wunschliste: Sie haben schon in vielen unterschiedlichen Produktionen mitgespielt, unter anderem in der RTL-Serie  "Block B - Unter Arrest", eine Adaption der australischen Serie  "Wentworth" über ein Frauengefängnis. Bekamen Sie damals die Originalserie zu Gesicht und haben sich daran orientiert?

Patrica Aulitzky: Ja, ich habe das australische Original gesehen und finde es echt toll gemacht! Sehr edgy, sehr starke Bilder. Natürlich ist dies zur Vorbereitung in die Arbeit an "Block B" eingeflossen. Es ist dann allerdings auch immer die Frage, was am Ende aus der Vorlage gemacht wird. Als Schauspielerin kann ich ja nur die Verantwortung für meine eigene Rolle übernehmen und mein Bestes geben. Wie etwas schlussendlich inszeniert und geschnitten wird oder farblich angeglichen wird, liegt dann nicht in meiner Hand.

Das klingt so, als ob Sie nicht besonders begeistert von dem Ergebnis waren.

Patrica Aulitzky: Die Bücher und die Schauspieler waren gut, aber ich fand, dass die Serie vor allem vom Look her im Vergleich zum australischen Original sehr weichgespült war. Es hat am Ende der Mut dazu gefehlt, das was wir uns eigentlich vorgestellt hatten, auch wirklich umzusetzen. Das fand ich schade und hat der Serie nicht gut getan. So blieb es ja dann auch bei einer Staffel.

"Gestüt Hochstetten"
"Gestüt Hochstetten" Servus TV/Sam-Film/Martin Hörmandinger

Sie haben auch eine der Hauptrollen in der ServusTV-Serie  "Gestüt Hochstetten" beziehungsweise "Trakehnerblut" gespielt. Wird die Produktion eigentlich fortgesetzt?

Patrica Aulitzky: Meines Wissens war die Serie auf acht Folgen ausgelegt und wurde nicht weiter fortgesetzt. Es gab zwar nie eine offizielle Bekanntgabe, aber seit den Dreharbeiten sind inzwischen schon rund drei Jahre vergangen, in denen nichts weiter passiert ist.

Sie spielten schon in zahlreichen deutschen und österreichischen Produktionen mit. Haben Sie am Set länderspezifische Unterschiede bei der Herangehensweise festgestellt? Anders gefragt: Gehen Österreicher anders an einen Dreh heran?

Patrica Aulitzky: Natürlich kommt es immer auf das Drehbuch und den Regisseur an, aber generell empfinde ich es so, dass in Österreich mehr Mut herrscht. Sowohl bei Sendern als auch bei Produktionsfirmen ist man eher bereit, einfach mal etwas anderes zu machen und in die Extreme zu gehen. Man scheut sich nicht so sehr davor, etwas zu machen, das vielleicht nicht gefällig ist. Ich glaube, das hat viel mit unserem schwarzen Humor zu tun, den ich sehr schätze. Der Schmäh rennt, wie wir in Österreich sagen (lacht)! Der Humor macht für mich den großen Unterschied aus - den spürt man sowohl in den Büchern als auch am Set. Man denke etwa an  "Braunschlag" von David Schalko und einige andere Produktionen.

Patricia Aulitzky
Patricia Aulitzky RTL/Gordon Mühle

Wann haben Sie den Entschluss gefasst, Schauspielerin zu werden?

Patrica Aulitzky: Ich habe schon sehr früh sehr gerne Menschen nachgeahmt, um meine Mutter zum Lachen zu bringen - was gelungen ist - oder auch provokante Sachen vorgespielt, die ihr peinlich waren - was auch gelungen ist (lacht)! Generell haben mich darstellende Künste, Gesang und Schauspiel schon immer interessiert. In einer Londoner Schule habe ich dann so richtig Feuer für Schauspiel gefangen. Ich bekam ein Schauspielstipendium für L.A. und in Wien habe ich eine Schauspielausbildung gemacht.

Haben Sie schauspielerische Vorbilder bzw. gibt es Menschen, die Sie inspiriert haben?

Patricia Aulitzky
Patricia Aulitzky Max Sonnenschein

Patrica Aulitzky: Es gibt natürlich großartige Schauspieler und viele Filme, bei denen ich begeistert von der Leistung der Schauspieler bin. Aber ich war nie jemand, der große Idole hatte, denen ich nacheifern wollte. Ein Coach in L.A. meinte zu mir: "Pick whatever is best for you", und ich glaube, das ist ein guter Ratschlag. Ich sauge wie ein Schwamm einzelne Dinge auf, die mir gut gefallen, aber es gab keine Person, von der ich Poster in meinem Zimmer hängen hatte (lacht).

Sie spielen nach wie vor auch Theater. Welche Bedeutung hat für Sie die Bühne und wo liegen die Unterschiede zum Film?

Patrica Aulitzky: Ich liebe auch die Bühne! Es ist ein tolles Gefühl, mit dem Publikum direkt im Kontakt zu sein und unmittelbares Feedback zu erhalten. Bis die Zuschauer einen fertigen Film zu sehen bekommen und darauf reagieren können, dauert es viel länger. Außerdem ist es schön, auf der Bühne mal chronologisch zu spielen. Das ist beim Film kaum der Fall, weil Szenen durcheinander gedreht werden. Ich will aber keineswegs Film oder Bühne priorisieren. Es sind einfach zwei völlig verschiedene Dinge, die jeweils ihren Reiz haben. Ich möchte keines von beiden missen, weil ich jemand bin, der gerne vielfältig arbeitet und sich ausprobieren möchte.

Patricia Aulitzky (r.) mit Eva Mattes (l.), die in "Lena Lorenz" ihre Mutter gespielt hat.
Patricia Aulitzky (r.) mit Eva Mattes (l.), die in "Lena Lorenz" ihre Mutter gespielt hat. ZDF/Susanne Bernhard

Gibt es bestimmte Genres, in denen Sie sich gerne mal verwirklichen wollen würden?

Patrica Aulitzky: Ich würde wahnsinnig gerne mal einen historischen Film drehen. Seit  "Falco - Verdammt, wir leben noch!", der in den 80ern gespielt hat, hatte ich leider nicht mehr die Gelegenheit dazu. Ansonsten bin ich eigentlich recht glücklich. Im November habe ich die Hauptrolle für einen tollen  "Landkrimi" namens "Das Mädchen aus dem Bergsee" (ORF/ZDF) gespielt und anschließend wurde die Komödie "Das Glück ist ein Vogerl" (ORF/BR) mit Simon Schwarz und mir produziert. Das hat mir besonders viel Spaß gemacht, weil ich davor noch nicht so oft in einer richtigen Komödie mitgespielt habe.

Welche Serien gefallen Ihnen persönlich gut? Haben Sie Tipps für Serienfans?

Patrica Aulitzky: Wenn ich Zeit habe, schaue ich wahnsinnig gerne Serien. Da ich mittlerweile einen Sohn habe, ist die Zeit etwas eingeschränkter als vorher (lacht)! Aber gut gefallen hat mir zum Beispiel  "Big Little Lies" mit Nicole Kidman, Reese Witherspoon und Shailene Woodley. Das ist wirklich seine sehr gut geschriebene Serie. Und vor Kurzem habe ich auch die australische Serie  "Top of the Lake" mit Elisabeth Moss aus  "The Handmaid's Tale" gesehen, die ich auch sehr empfehlen kann. Generell bin ich Fan von Miniserien, die nicht über viele Staffeln hinweg laufen. Und demnächst will ich mir unbedingt  "jerks." anschauen, weil ich so viel Gutes darüber gehört habe und auch ein paar Freunde von mir mitspielen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Andreas Guenther und Patricia Aulitzky in "Blind ermittelt"
Andreas Guenther und Patricia Aulitzky in "Blind ermittelt" ARD Degeto/Philipp Brozsek

"Blind ermittelt: Blutsbande" ist noch bis zum 5. März in der ARD Mediathek verfügbar. Alexander Haller und sein Chauffeur Nikolai Falk werden mit einem viel zu privaten Entführungsfall konfrontiert, denn Hallers Schwester Sophie (Patricia Aulitzky) wurde gekidnappt. Am Donnerstag, 5. März wird um 20.15 Uhr der nächste Fall "Das Haus der Lügen" im Ersten gezeigt.


 

Über den Autor

Glenn Riedmeier ist Jahrgang '85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. "Bim Bam Bino", "Vampy" und der "Li-La-Launebär" waren ständige Begleiter zwischen den "Schlümpfen", "Familie Feuerstein" und "Bugs Bunny". Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. "Ruck Zuck" oder "Kaum zu glauben!". Auch für Realityshows wie den Klassiker "Big Brother" hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie "Die Harald Schmidt Show" und "PussyTerror TV", hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie "Eine schrecklich nette Familie" und "Roseanne", aber auch schräge Mysteryserien wie "Twin Peaks" und "Orphan Black". Seit Anfang 2013 ist er bei TV Wunschliste vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

Beitrag melden

  •  

Leserkommentare

  • Sentinel2003 schrieb am 28.02.2020, 15.40 Uhr:
    Sehr schönes Interview, Danke dafür!!! :-)