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Clone Force 99 wird zum A-Team für die unterdrückte Galaxis
"Star Wars: The Bad Batch"
Lucasfilm
TV-Kritik/Review: "Star Wars: The Bad Batch": Einsteigerfreundliche Abenteuerserie startet bei Disney+/Lucasfilm

"Star Wars" ist seit dem ersten Film im Jahr 1977 ein ausuferndes Franchise geworden. Auf dem jungen Streaming-Dienst Disney+ versuchen nun Lucasfilm und The Walt Disney Company, mit der neuen Animationsserie  "Star Wars: The Bad Batch" neue Zuschauer zu gewinnen. Die erste Frage dabei lautet sicherlich: Kann man auch als "Novize" in diese Serie einsteigen? Die deutliche Antwort lautet: Ja!

Auch, wenn "Star Wars: The Bad Batch" sich um Charaktere dreht, die bereits in der vorherigen Animationsserie  "Star Wars: The Clone Wars" aufgetreten waren, achten die Produzenten um Serienschöpfer Dave Filoni darauf, die wichtigsten Hintergrundinformationen in den ersten Minuten der überlangen Auftaktfolge "Aftermath" (deutsch: "Nachwirkungen") zu präsentieren - und am Ende der knapp 70 Minuten steht ein Abenteuer- und Actionformat, das vor dem Hintergrund des Franchise auf eigenen Füßen stehen kann. Denn während "The Bad Batch" den Hintergrund der Galaxie weit, weit entfernt nutzt, dürfte die Serie weniger auf die großen Zusammenhänge eingehen, sondern kleine Geschichten erzählen.

Bei der Ankündigung von "The Bad Batch" hatte die die mächtige Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy das Format als Variation des  "A-Team" beschrieben - und das ist ein Konzept, das man auch abseits des "Star Wars"-Hintergrunds schnell verstehen kann: Das Bad Batch ist eine hocheffektive, fünfköpfige Militäreinheit aus genetisch veränderten Supersoldaten, bei denen jeder seine Eigenheiten hat. Als es in der Galaxis, in der sie bislang für die Verteidigung der Republik gekämpft hatten, zu einem Umsturz kommt, brechen sie schließlich mit dem neuen (Militär-)Regime und gehen in den "Untergrund", verschwinden in den unübersichtlichen Weiten der Galaxis. Dort setzen sie nun ihre Fähigkeiten ein, um zu überleben und anderen Wesen zu helfen, während sie von der neuen Militärdiktatur gejagt werden.

Wer bisher alle Filme und Serien des  "Krieg der Sterne"-Franchise verfolgt hat, wird dank des dort fest verwurzelten Serienschöpfers Filoni trotz der Einsteigerfreundlichkeit von Bad Batch mit zahlreichen Easter Eggs belohnt, die die entscheidenden Geschehnisse aus den Filmen referenzieren sowie altbekannte Figuren auftauchen lassen, die in anderen Filmen und Serien entweder "früher" oder "später" - oder beides - im Franchise eine Rolle spielen.

Das "Bad Batch"
Das "Bad Batch" Lucasfilm

Dabei hat man sich weitgehend bemüht, alte Sprecher wieder zu verwenden - in der deutschen Synchronfassung spricht etwa Martin Keßler alle Klone (denen er, wo nötig, eigene Persönlichkeiten zu geben versteht). In der Originalversion fällt diese Mehrfachrolle Dee Bradley Baker zu. Aber man bekommt etwa auch Ian McDiarmid zu hören, der in den Filmen über Dekaden dem Imperator die Stimme lieh.

Eine Serie für Junge und Junggebliebene

Generell richten sich animierte Serien bei Lucasfilm und im "Star Wars"-Franchise eher an ein jüngeres Publikum. So wird durch die Mitnahme einer Jugendlichen namens Omega beim Bruch des Bad Batch mit der neuen Regierung hier erneut eine Figur eingebracht, mit der und deren optimistischer Weltsicht sich auch jüngere Zuschauer identifizieren können.

Generell sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass eine "amerikanische Serie für junge Zuschauer" nach deutschen Maßstäben für wirklich junge Zuschauer nur bedingt geeignet ist: Amerikaner trauen ihrem Nachwuchs bekanntlich deutlich mehr fiktionale Gewalt zu, scheuen aber vor nackter Haut zurück. Auch hier passt wieder der Verweis auf "Das A-Team", bei dem geballert wird, aber die Zuschauer nicht mit blutenden Wunden oder ähnlichem konfrontiert werden. Auch beim Bad Batch liegen die Gegner am Ende am Boden und es wird nicht darauf eingegangen, ob nun bewusstlos oder tot.

Im Gegensatz zu den anderen "Star Wars"-Animationsserien - "Star Wars: The Clone Wars",  "Star Wars Rebels" und  "Star Wars: Resistance" - wählt "The Bad Batch" einen Weg, der gleich von Anfang an auch für ältere Zuschauer ansprechend ist: Die vorherigen Serien richteten sich mit der Auftaktstaffel immer wahrlich an Kinder (zwischen 8 und 11 Jahren), wurden dann aber im Laufe der Jahre/Staffeln mit diesen Zuschauern "erwachsener". "The Bad Batch" setzt hier als Spin-Off zu "The Clone Wars" gleich erwachsener an.

Für den eiligen Leser - Das Fazit

Im Prinzip sind damit schon alle Dinge aufgeführt, die ins Fazit zu dieser Serie einfließen. Die Animation in "The Bad Batch" lehnt sich an den realistischeren Stil von "Star Wars: The Clone Wars" an. Das Format liefert Abenteuergeschichten, die einen Kampf für das Gute und gegen die erdrückende Macht einer Militärdiktatur zeigen. Dabei gibt es viel "harmlose" Action und ein bisschen Humor. Die Protagonisten sind letztendlich zweidimensional angelegt, repräsentieren eher Archetypen - wie das bei vielen Serien mit einem festen, zentralen Team ist: von  "Raumschiff Enterprise" über  "Bones - Die Knochenjägerin" bis  "The Big Bang Theory" weiß der Zuschauer, was er von den einzelnen Teammitgliedern zu erwarten hat.

Clone Force 99 aka The Bad Batch: Crosshair, Echo, Wrecker, Hunter und Tech
Clone Force 99 aka The Bad Batch: Crosshair, Echo, Wrecker, Hunter und Tech 2021 Lucasfilm Ltd. & TM. All Rights Reserved.

"The Bad Batch" ist gleichzeitig einsteigerfreundlich, wie es auch dem erfahrenen "Star Wars"-Fan seine Wiedererkennungsmomente gibt. Die Tatsache, dass es sich um eine Animationsserie handelt, ermöglicht den Action-Szenen einen leichteren Fluss. Dabei kommt "The Bad Batch" sicherlich auch zugute, dass es ein Spin-Off einer eingestellten Mutterserie ist und daher auf deren eingespieltes und erfahrenes Team zurückgreifen kann. Insgesamt ist die Serie daher leichter verdaulich als etwa  "The Mandalorian", was auch schon durch die kurze Episodenlaufzeit von in der Regel 22 Minuten deutlich wird.

"The Bad Batch" liefert gute Unterhaltung und füllt für interessierte Zuschauer eine Lücke in der übergreifenden Handlung: Wie es im unmittelbaren Nachgang des Films  "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" weiterging (wo bisher eine knapp 14-jährige Lücke klafft, bis es mit "Star Wars: Rebels" weitergeht). Aufgrund der erfahrenen und im "Star Wars"-Franchise lange aktiven Produzenten kann man davon ausgehen, dass so manche bisherige Lücke in der Vita verschiedener Figuren zufriedenstellend gefüllt wird.

Clone Force 99 - das galaktische A-Team

In der Galaxis herrschen zu Serienbeginn gerade noch die Klonkriege: Auf der Seite der Republik zieht eine in Windeseile aus dem Boden gestampfte Armee aus Klonen in den Krieg, auf Seite von Separatisten sind es mechanische Kampfdroiden. Beim Klonen und der Aufzucht von Hundertausenden von Klon-Soldaten ging nicht immer alles glatt, und bei einer ganz geringen Zahl an Klonen führte das zu Verbesserungen. Genauer gesagt bei vier - die zur Clone Force 99 zusammengefasst wurden, einer enorm effektiven Kommandoeinheit.

Szene aus "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger": Obi Wan-Kenobi flankiert von zwei Kaminoanern in den Klon-Einrichtungen
Szene aus "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger": Obi Wan-Kenobi flankiert von zwei Kaminoanern in den Klon-Einrichtungen Lucasfilm Ltd.

Angeführt wird die Gruppe von Hunter, dessen Sinne übermenschlich empfindlich sind. Daneben findet sich Tech, der von genialer Intelligenz ist und gleichzeitig dem nerdigen Klischee entspricht, nicht allzu gut in Sachen sozialer Kontakte zu sein. Wrecker kommt mit gewaltiger Körperkraft daher - er liebt es, Dinge in die Luft zu jagen, ist aber mental sehr einfach gestrickt. Vierter im Bunde ist Crosshair, ein genialer Scharf- und Kunstschütze - der Zyniker im Team. Im Rahmen der siebten Staffel von "The Clone Wars" hatte sich den Vieren noch der "normale" Klon Echo angeschlossen: Er war im Rahmen einer Kriegsgefangenschaft grausam zu einem mehrheitlich aus künstlichen Ersatzteilen bestehenden Soldaten geworden und fühlte sich unter den normalen Soldaten fremd.

Das Ende der Klonkriege und Order 66

Die Serienhandlung beginnt parallel zu der des Films "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith", dessen wichtigste Geschehnisse auch nochmal rekapituliert werden. Zu der Zeit kämpft die mehrere Jahrtausende alte Republik um ihr Bestehen - sie ist eine Art Staatenbund im Stil der UNO, die eigentlich nie eine Armee hatte und sich auf die Jedi-Meister als recht effektive Blauhelmtruppe zur "Friedenssicherung" verlassen konnte. Ränke führten dazu, dass die einstige Republik im Bürgerkrieg versank. Die Separatisten konnten schnell eine Armee aus Droiden aufbauen.

Der Republik kam zugute, dass man zügig auf die Klone zurückgreifen konnte. Die waren als Dienstleistung von den Kaminoanern auf ihrem Heimatplaneten gezüchtet worden, wuchsen in doppelter Geschwindigkeit heran, waren auf den Militäreinsatz gedrillt und zudem insgeheim mit Kontroll-Chips ausgestattet, um eine Rebellion zu verhindern. Im Zuge der Klonkriege wurden die Jedi zu den Generälen der Republik, die an der Spitze der Klone in den Kampf zogen. Hier setzte der Plan zur Zerstörung der Republik ein: Die Klone wurden über ihre Chips und die sogenannte Order 66 davon überzeugt/indoktriniert, dass die Jedi Verrat an der Republik begangen hatten und sofort exekutiert werden müssten.

Clone Force 99 erlebt Order 66 im Einsatz auf dem Planeten Kaller mit, als die dortigen Klontruppen Jedi-Meister Depa Billaba töten. Dabei zeigt sich, dass die fünf Mitglieder von Clone Force 99 unempfänglich für die Befehle des Kontroll-Chips sind. Hunter hinterfragt den angeblichen Verrat der Jedi und lässt Depa Billabas Padawan entkommen, da er der Überzeugung ist, dass der noch in der Ausbildung befindliche Jedi am vorgeworfenen "Verrat" einfach keine Schuld haben könne. Diese Entscheidung sorgt innerhalb der Gruppe für Dissens - nicht alle sind der Ansicht, dass man Einsatzbefehle ignorieren sollte, die einem nicht passen oder die unlogisch erscheinen.

Truppen für das Imperium

Nach Order 66 ist der Klonkrieg schnell beendet, die Verschwörung hat ihr Ziel erreicht: Die bisherige Republik soll laut des selbsternannten Imperators Palpatin in das Erste Galaktische Imperium übergehen - und die Klon-Armee soll insgeheim für diese Militärdiktatur als Besatzungsmacht nach innen dienen. Die gleichgeschalteten Klon-Truppen bejubeln den neuen Auftrag. Admiral Tarkin (der später im Rang eines Grand Moff mit dem Todesstern Alderaan zerstören wird) ist dafür zuständig, die Klon-Truppen für den Einsatz im Imperium vorzubereiten. Er macht auch nicht wirklich ein Geheimnis daraus, dass er Klone nicht mag - und "reguläre" Soldaten nur die Hälfte kosten würden. Etwas, das den Kaminoanern übrigens gar nicht gefällt, man hat schließlich Lieferverträge und gerade noch Klon-Babys, die in zehn Jahren Soldaten sein sollen...

Admiral Tarkin mit seinen Leibwächtern
Admiral Tarkin mit seinen Leibwächtern 2021 Lucasfilm Ltd. & TM. All Rights Reserved.

Die nach Kamino zurückgekehrte Clone Force 99 sieht ihre jubelnden Mit-Klone kritisch und macht parallel die Bekanntschaft von Teenager Omega, eine menschliche Gehilfin der hiesigen Klon-Techniker. Schnell entwickelt sich eine gewisse Verbundenheit: So wie das Bad Batch unter den Klon-Brüdern Außenseiter ist, so ist es die etwas geheimnisvoll bleibende Omega als Mensch unter den Kaminoanern.

Tarkin macht schnell Clone Force 99 als Besonderheit aus. Zunächst lässt er mit typisch "tarkin'schen" Methoden deren Fähigkeiten in einer Kampfsimulation testen. Danach unternimmt er einen Test der Gehorsamkeit der Truppe: Er gibt ihnen einen Befehl, der sie am Ende ihrer Mission vor einen Gewissenskonflikt stellen sollte.

Hier kommt dann auch der Punkt, wo sich zeigt, dass die Mitglieder von Clone Force 99 (noch) einen eigenen Willen haben und sich letztendlich die Wege von der Truppe und des Imperiums trennen. Das Setup - bei dem die Flüchtenden einerseits überraschend auf Kamino von noch unerwarteter Seite Hilfe bekommen, daneben Omega mitnehmen und sich andererseits dauerhafter Konflikt unter den Mitgliedern der Truppe abzeichnet - bildet das Sprungbrett für die Handlung.

Dieser Text beruht auf Sichtung der Auftaktfolge der Serie "Star Wars: The Bad Batch", die mit 75 Minuten etwa die Laufzeit von drei regulären Folgen hat.

Meine Wertung: 4.0/5

Die Serie "Star Wars: The Bad Batch" wird bei Disney+ weltweit ab dem 4. Mai 2021 veröffentlicht. An dem Tag wird die Auftaktepisode veröffentlicht, weitere Episoden folgen wöchentlich freitags.

Trailer zu "Star Wars: The Bad Batch" (Synchronfassung)


 

Über den Autor

Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von "The Americans" über "Arrow" bis "The Big Bang Theory". Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von TV Wunschliste.

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Leserkommentare

  • pat94 (geb. 1994) schrieb am 08.05.2021, 10.40 Uhr:
    werd mal reinschauen, weil mich würde es schon interesiern wieso das Imperium dann auf normale Soldaten zurück gegriffen hat!!
  • DerLanghaarige schrieb am 04.05.2021, 17.52 Uhr:
    Auch wenn man auf die "Kritik" von User 149501 nicht wirklich eingehen sollte, aber schon die Tatsache, dass die Hauptfiguren allesamt Klone sind, würde die Dreharbeiten für eine Realserie komplizieren. Jede noch so simple Dialogszene müsste bis zu 5 mal gedreht werden, während der Hauptdarsteller immer und immer wieder anderes Make Up tragen müsste (da sie ja nun nicht 100% identisch aussehen). Von den Spezialeffekten, die man brauchen würde, um alle Protagonisten glaubhaft miteinander interagieren zu lassen, will ich gar nicht erst anfangen.
    Um da mal einen Anhaltspunkt zu nennen: Die Szene in "Der verrückte Professor", in der Eddie Murphy alle Familienmitglieder spielte, dauerte sieben Tage zu drehen. Und dass waren nur fünf Minuten mit einer Gruppe Menschen, die an einem Tisch saß.
    Also nein, das kann man nicht normal drehen. Oder beziehungsweise für einen Film würde sich der Aufwand vielleicht lohnen, aber über Jahre hinweg, Woche für Woche würde das nicht nur das Budget, sondern auch die Drehzeit unnötig aufblasen.
  • User 149501 (geb. 1968) schrieb am 04.05.2021, 17.30 Uhr:
    was soll die kacke ich hasse Computeranimationsfilme-Serien kann man sowas nicht normal drehen